Laugna-Hinterbuch Es ist Tradition im Hause Häußler in Hinterbuch, in der Osternacht den Speisenkorb in der Kirche in Modelshausen weihen zu lassen. Dafür bereitet Rosmarie Häußler alles gewissenhaft vor. In den Korb kommen gefärbte Eier, die von den hauseigenen Hühnern gelegt wurden. „Ich färbe die Eier auch selbst, die braunen bekommen zum Beispiel mit Zwiebelschalen ihre Farbe“, erzählt die 48-Jährige.
Salz und Schinken dürfen freilich auch nicht fehlen. Das Osterbrot und das Osterlämmchen bringt sie von der Bäckerei Wagner mit. „Das mache ich eigentlich immer schon so, es bietet sich ja an, da ich dort seit vielen Jahren arbeite.“ Und dann gibt Rosmarie Häußler noch normales Brot hinein, das für die Tiere gedacht ist. Früher wurden damit kranke Tiere gefüttert, die durch das gesegnete Futter wieder gesund werden sollten“, berichtet die Hinterbucherin und ergänzt: „Meine Tante hat mir das berichtet, ich lasse das Brot heute immer für meine Hühner segnen, das gehört dazu.“
Aber im Mittelpunkt stehen die Speisen für die Familie. Darauf legt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, Marion (20) und Stefanie (26) großen Wert.
Ehemann Jürgen isst da sogar vom Osterlamm, obwohl er sonst diese Art von Gebäck nicht mag. „Meine Frau achtet genau darauf, dass am Ostersonntag jeder in der Familie ein geweihtes Ei und ein Stück vom Osterlamm verspeist“, so der 49-Jährige lachend. Er und seine beiden Töchter haben als Ministranten die Speisensegnung auch immer hautnah miterlebt, diese Tradition gehört für die Familie aus Hinterbuch daher zu jedem Osterfest unbedingt dazu.
Eine kleine Osterkerze wird außerdem in den Korb gelegt. Die kann dann in der Osternacht am Osterfeuer entzündet werden. Und dann gibt es eine weitere Tradition bei den Häußlers, die von früher übernommen wurde: „Wir verbrennen die Eierschalen der geweihten Eier in unserem Beistellofen. Das soll vor bösen Geistern schützen.“
Der Inhalt des Osterkorbs liegt bei Rosmarie Häußler auf einem Weihetuch. In das Osterlamm kommt zusätzlich ein kleines Fähnchen, auf dem ein Kreuz eingestickt ist. Auch bei anderen Familien, wie zum Beispiel bei der Wertingerin Evi Volpert ist das selbst gestickte Tuch mit den österlich christlichen Symbolen wie dem Lamm und dem Kreuz ein Muss im Speisekorb, das zur Speisensegnung gebracht wird.
Manchmal werden nur Eier allein geweiht, oft finden sich in den Weihekörben aber viele weitere Leckerbissen wie Fleisch, Schnittlauch, Käse, Butter, Honig, Würste oder Obst. Einige nehmen im Weihekorb durchaus auch Lebensmittel mit, auf die sie persönlich in der Fastenzeit verzichtet haben wie Bier, Wein oder Süßigkeiten.
Stets folgt auf die Speisenweihe das Osterfrühstück in der Familie, eine Art Tischgemeinschaft mit dem Auferstandenen daheim im kleinen Kreis. Es symbolisiert zudem die Freude über die Auferstehung.