Sonntag, 29. Mai 2016

17. Februar 2012 12:09 Uhr

Energiewende

Kein Gewerbesteuer-Sturm durch die Windkraft

Abschreibungen für hohe Investitionen laufen oftmals über viele Jahre

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Region Wertingen Je nach Nabenhöhe und Kilowatt-Leistung können die Kosten für den Bau eines Windrades zwischen einer und fünf Millionen Euro betragen. Investitionen, die demzufolge auch eine lange Abschreibungsphase für die Betreiber nach sich ziehen. So hat beispielsweise die Stadt Berching (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) bis Ende 2011 noch keinen Euro an Gewerbesteuer eingenommen. Dabei stehen insgesamt drei Windkrafträder seit mehr als zehn Jahren auf einer Hochfläche in der Nähe der Ortschaft Oening im Altmühltal. Stadtkämmerer Christian Rogoza rechnet auch in den nächsten Jahren noch nicht mit Gewerbesteuer-Einnahmen. „Irgendwann werden wir aber schon noch etwas bekommen“, schätzt der Kämmerer der Stadt Berching.

Sein Wertinger Kollege Matthias Freier, Leiter der Finanzverwaltung im Rathaus, verfolgt derzeit mit Aufmerksamkeit die Diskussionen über einem möglichen Windkraftstandort im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wertingen sowie den Märkten Biberbach und Meitingen. An mögliche Steuereinnahmen, die eventuell in ferner Zukunft bei der Umsetzung einer gemeinsamen Windkraftanlage fließen könnten, verschwendet er bisher freilich keinen Gedanken. Zumal für die Messbetragsbescheide ohnehin die Finanzämter zuständig seien. „Der Steueraspekt bei der Windkraft ist marginal“, weiß Freier aus seiner ehemaligen Heimat, dem Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt. Dort stehen immerhin schon an die 1000 Windkrafträder. Eine Zahl, von der die Region noch meilenweit entfernt sei. Interessanter, so Freier, seien für die Kommunen im Mansfelder Land die Konzessionsabgaben, welche die dortigen Energiebetreiber an die Städte und Gemeinden entrichten müssen.

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Gleichgültig ob Gewerbesteuer oder Konzessionsabgabe, für den Biberbacher Bürgermeister Wolfgang Jarasch sind solche Gedanken noch sehr weit weg: „Wir dürfen nicht den dritten Schritt vor dem Ersten machen“. Wichtig sei, so Jarasch, dass man die Energiewende hinbekommt und dafür Schritt für Schritt die richtigen Entscheidungen treffe. Ob die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen Wertingen, Meitingen und womöglich auch noch mit Laugna zu einem Ergebnis für eine gemeinsame Standortempfehlung führen wird, das lasse sich derzeit noch sagen. Ist‘s der Fall, müssen Investoren für Windkrafträder gefunden werden, was dann der zweite Schritt wäre. Und erst dann könne man sich langsam Gedanken über Richtlinien und Vorschriften machen, wie eventuelle Gewerbesteuereinnahmen verteilt werden.

Wobei nicht allein der mögliche Standort von Anlagen erneuerbarer Energien ausschlaggebend für Zahlungen durch das Finanzamt ist. So sind beispielsweise im vergangenen Jahr laut Kämmerer Matthias Freier Steuergelder aus einer Fotovoltaikanlage bei Donauwörth in die Wertinger Stadtkasse geflossen. Eine Wertinger Firma sei mit einem größeren Anteil an der Anlage beteiligt. Die Höhe der Einnahmen lag allerdings nur im dreistelligen Bereich. „Das ist in der Summe aller Steuereinnahmen marginal“, betont Freier. Viel wichtiger sei, dass es den etablierten ortsansässigen Firmen weiter gut gehe, damit die Gewerbesteuereinnahmen in der Zusamstadt weiter sprudeln.

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Ein Artikel von
Günther Herdin

Wertinger Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Wertingen

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