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Finissage: Kunst aus Kinderaugen

Finissage

Kunst aus Kinderaugen

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    Rebecca Niyaz aus Lauterbach erklärt die Plastik von Michael Lauss.
    Rebecca Niyaz aus Lauterbach erklärt die Plastik von Michael Lauss.

    Wertingen Wie erfrischend Kinder an zeitgenössische Werke herangehen, sie analysieren und erklären, konnten am Pfingstsonntag die Besucher der Ausstellungsreihe „Kunst im Schloss“ feststellen. Barbara Mahler vom KuK (Kunst am Kanal) hatte Carlotta Geiger (9), Rebecca Niyaz (12) und Salome Einloft (12) die Führung in die Hände gelegt. Sie hatten sich am Vortag drei besonders „unerklärliche“ Werke ausgesucht und sich gründlich vorbereitet. Ob von Technik, Stilrichtung, Komposition oder Titel die Rede war - sie demonstrierten anhand von Beispielen ihre Vorgehensweise.

    Am spannendsten gestaltete sich die Frage nach der Bildaussage. Dabei waren die Besucher aufgerufen, zu hinterfragen, welche Gefühle und welche Sinne durch ein Werk angesprochen würden. Es kam auch Bewegung in die Besucherschar, als beispielsweise vor Zeichnungen eigene Körperstudien durchgeführt wurden. Es lohnte sich, längere Zeit vor der Installation im Freien zu verweilen. Die langen Kunststoffbänder am Turm riefen verschiedenste Assoziationen hervor, von Hut, Harfe und Sonnenstrahlen bis hin zu Rapunzels Haaren. „Kinder führen durch die Ausstellung“ - ein gelungenes Experiment.

    Stadtoberhaupt und Kunstkreis verzeichnen Rekordzahlen

    Bürgermeister Willy Lehmeier und Oskar Dietrich vom Kunstkreis ziehen eine positive Bilanz. „Wir sind hochzufrieden“, heißt es von beiden unisono, denn die Besucherzahl sei im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Man habe zwar nicht gezählt, aber während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung und vor allem an den Sonn- und Feiertagen waren die Ausstellungsräume sehr gut frequentiert.

    Die Ausstellungseröffnung habe mit über 200 Besuchern einen Rekord verzeichnet. Auch an der Zahl der verkauften Werke lasse sich eine Steigerung feststellen, so Dietrich weiter. Die Stadt wird mehrere Bilder für die Artothek ankaufen, Werke von Gabriela Nasfeter („Lichträume“, Collage auf Papier), Christof Rehm (Fotografie), Tom Kristen („Zweighand“, „Wurzelhand“, Tusche, Eisen auf Papier), Monika Wex (Bilder aus der Serie „Proche“).

    Das neue Konzept, Künstler persönlich einzuladen, sei aufgegangen. Die Stadt genieße unter den Künstlern deutschlandweit einen sehr guten Ruf. „Wenn Wertingen ruft, kommen sie“, freut sich Bürgermeister Lehmeier. In zwei Jahren soll die 18. „Kunst im Schloss“ stattfinden. Bis dahin sind Stadt und Kunstkreis in Sachen zeitgenössischer Kunst weiterhin aktiv. Im August wird mit Martin Bläser ein weiterer Stipendiat in Wertingen erwartet.

    Damit hat die Stadt in diesem Jahr erstmals zwei Gastkünstler aufgenommen. Im April arbeitete Charlotte Boesen vier Wochen lang in der Künstlerwohnung. Eine Doppelausstellung soll noch im Herbst folgen.

    Anwärter für Stipendium reißen sich um Wertingen

    Im November plant Wertingen eine einmalige Ausstellung mit Werken der Gründerväter von „Kunst im Schloss“ - Peter Lussem, Herbert Dlouhy und Kuno Knapp.

    Nächstes Jahr begrüßt die Stadt gleich drei Stipendiaten. „Wir werden der Nachfrage sonst einfach nicht mehr gerecht“, begründet Lehmeier, bei dem sich Bewerbungsmappen stapeln.

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