Dillingen (pm) - "Jede Schule, jede Klasse, jedes Fach hat seine Kulturen, auch die Lehrerfortbildung hat ihre eigene Kultur, die es zu pflegen gilt." Dies sagte Ministerialrat Thomas Schäfer aus dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus zur Eröffnung der Fachtagung "Kulturen der Lehrerfortbildung" in der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen.
Der Deutsche Verein zur Förderung der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung (DVLfB) feierte sein 30-jähriges Jubiläum in Kooperation mit der Akademie. "Lehrerfortbildung ist im Wandel begriffen. Sie unterliegt pädagogischen und systemischen, inhaltlichen und strukturellen Veränderungen", sagte Vorsitzende Jutta Maybaum.
Dr. Paul Olbrich, Direktor der Akademie, unterstrich mit Zahlen für Teilnehmer und Veranstaltungen die besondere Bedeutung der Akademie für Lehrkräfte, Führungskräfte und Schulen in Bayern.
Themenbezogene Workshops
In einer Analyse der Veränderungen der Lehrerfortbildung konnte Professor Herbert Altrichter von der Universität Linz die Veränderungsprozesse in der Lehrerfortbildung beschreiben. Viele Fragen und Aspekte wurden in themenbezogenen Workshops von den über 100 teilnehmenden Fortbildungsexperten aus allen Bundesländern, Österreich und Südtirol bearbeitet.
In einem Festakt wurde die innovative und kreative Tagungskultur des Vereins dargestellt. Prof. Dr. Jürgen Oelkers von der Universität Zürich plädierte in seiner Laudatio für die Ausbildung von Standards für Lehrerfortbildung. Für Schulen sollten "zu bestimmten Problemfeldern Standardangebote vorhanden sein, die on demand abgerufen werden können."
Die Lehrkräfte müssten ihr Kerngeschäft, den Unterricht, anders begreifen als bisher, nämlich nicht isoliert bezogen auf "ihre" Klasse, sondern auf "unsere Schule" und dies transparent nach innen wie nach außen.
In einem Abschlusspodium wurden Ansprüche für zukünftige Entwicklungen und das Selbstverständnis der Lehrerfortbildung entwickelt. Die Bildungspolitik sollte zukünftig nicht nur die Zielsetzungen von Veränderungen im Bildungsbereich bedenken, sondern in der Lehrerfortbildung auch die Prozesse und Wege in den Blick nehmen.
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