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23. Februar 2011 18:30 Uhr

Jugend forscht

Mit speziellem Handschuh den Bildschirm berühren

Ferdinand aus Bliensbach fiebert dem Regionalwettbewerb entgegen Von Marion Buk-Kluger

Bliensbach/Augsburg 128 junge Denker und Tüftler haben sich für den Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in diesem Jahr angemeldet. Heute und morgen entscheidet die Jury in den Räumlichkeiten des Maria Stern Gymnasiums in Augsburg, wer weiter zum Landesentscheid darf. Mit dabei auch Ferdinand Peer Mathia aus Bliensbach. Der 17-jährige Schüler der IT-Berufsfachschule Lauingen tritt mit seinem Multi-Touch-Pad Handschuh an. Touch-Pads werden zum Beispiel beim iPhone und iPad verwendet, an den Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn, in den Unterschriftengeräten von Paketdiensten und in den Kassen von Restaurants.

„Ich war von der Idee der Multi-Touch Steuerung so begeistert, dass ich eine nachbauen wollte.“ Doch wie der junge Mann feststellte, ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm nicht nur kompliziert zu bauen, sondern auch teuer. „Stattdessen ist mir es gelungen, den Prototyp eines Handschuhs herzustellen, mit dem man einen Computer per „Multi-Touch“ steuern kann“, erzählt Ferdinand, der vor ungefähr zwei Jahren im Internet auf einen Video von Johnny Chung Lee über ein selbst gebasteltes Multi-Touch-Whiteboard gestoßen war. Dort wurde demonstriert, wie man einen ganz normalen Computer mithilfe von infraroten Lichtsignalen steuern kann.

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Der Ansatz des Studenten reizte ihn als Grundlage für seine eigene Herstellung eines Multi-Touch-Pads. „Aber ich wollte eine unmittelbarere Steuerung mit dem Finger, ohne ein Hilfsmittel wie bei ihm der Stift. Mein Ziel war es also, ein preisgünstiges und leicht zu konstruierendes „Multi-Touch-Pad“ zu entwickeln, das über die Berührung mit den Fingern steuerbar ist.“ Ferdinand tüftelte und forschte, auch um sich intensiv mit der Materie zu befassen. „Er musste zum Beispiel herausfinden, wie er ausschließlich Infrarot durch die Kamera bekommt“, erzählt Mutter Gunilla stolz. Und Ferdinand wäre kein Forscher, wenn er nicht eine Lösung gefunden hätte. Er nahm einfach eine Disc auseinander und nutzte ein Stück der darin befindlichen schwarzen Folie, die nur infrarotes Licht durchlässt als Filter für seine Webcam.

Gunilla Mathia ist ganz begeistert von der Vielzahl technischer Kleinigkeiten, die ihr Sohn zur Umsetzung seines Projektes umgesetzt hat. Der künftige technische Assistent für Informatik war schon im Alter von fünf Jahren im Kindergarten ein Bastler: „Er hat ganz allein zwei Legomotoren mit Zahnrädern kombiniert. Und mit zehn programmierte er seine eigenen Webseiten. Er ist ein Tüftler.“

Familie drückt die Daumen

Bereits am morgigen Freitagnachmittag steht fest, ob Ferdinand mit seinem Forschungsergebnis weiter zum Landesentscheid kommt. Unterstützung gibt es auf jeden Fall von seiner Familie: Mutter Gunilla und seine beiden jüngeren Geschwister Hannes (11) – der findet es einfach nur cool, dass sein Bruder beim Wettbewerb dabei ist – und Sigrun (4) sowie die Oma werden nach Augsburg fahren, um die Ausstellung der Forschungsobjekte, vor allem Ferdinand mit seinem Multi-Touch-Pad Handschuh besuchen.

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Jugend Forscht | Wertingen

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