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27. September 2008 09:05 Uhr

Sterne, Schokolade, glückliche Kinder...

Altenmünster-Violau (hwe) - Kinder schwingen fröhlich kreischend in einer großen Nestschaukel oder lassen Meerschweinchen unter ihrem Pullover krabbeln. Schokolade fließt über Pralinen, die mit einer Haselnuss gekrönt sind. Geschmeidiger Teig aus Hartweizen und Wasser quillt in langen Fäden aus den Löchern einer Nudelmaschine - Bilder wie diese hat Korbinian Dufter für seinen Film "Der Rabe mit Hut" eingefangen. Ein Dreivierteljahr lang arbeitete der angehende Regisseur zwischen August 2007 und April 2008 als Zivildienstleistender im Bruder-Klaus-Heim in Violau und begleitete den Alltag im Schullandheim mit der Kamera.

Sterne, Schokolade, glückliche Kinder...
Foto: ALFA

Jetzt stellte der 20-Jährige das Ergebnis seiner Arbeit am Filmort der Öffentlichkeit vor - in "einer doppelten Premiere", wie Heimleiter Christoph Mayer sagte: "Es ist der erste Film, der über unser Haus gedreht wurde und die erste Filmpremiere, die hier stattfindet."

Aus 70 Stunden Material hat Dufter einen 35-minütigen Film geschnitten, zu dem ihn seine Arbeit und "die vielen Einblicke in das Leben und das Wesen des Bruder-Klaus-Heims" inspiriert hatten. "Die ganz eigene Welt in diesem kleinen Tal und die besondere Stimmung, die von den Menschen hier, allen voran von den Gästen lebt, haben mein Interesse geweckt", erzählte er bei der Uraufführung.

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Die Dreharbeiten, meist in der Freizeit des Zivildienstleistenden, seien nicht immer einfach gewesen, räumte Dufter ein. So habe er seinen Chef kurz vor Mitternacht beim Herstellen von Pralinen gefilmt. Für ein besonders gewagtes Kameramanöver habe Christoph Mayer ihn "mit der Bulldogschaufel in fünf Meter Höhe" gehievt.

Warum aber trägt ein Dokumentarfilm über ein Schullandheim den Titel "Der Rabe mit Hut"? Dieses Rätsel wird in einer Sequenz über die Sternwarte des Hauses beantwortet: weil Schulkinder festgestellt haben, dass der Wald um Violau im Luftbild aussieht wie ein Rabe mit Hut.

Der Bürgermeister war unter den Premierengästen

Die Premierengäste, unter ihnen außer mehreren Schulklassen auch die Nachbarn aus dem Ort, Bürgermeister Bernhard Walter und der Leiter der Geschäftsstelle des Schullandheimwerks in Schwaben, Gerhard Glökler, spendeten dem Jungregisseur begeisterten Applaus.

Auch Anna, Paula, Christine und Sebastian aus der Klasse 4c aus Aichach, die gerade eine Woche im Bruder-Klaus-Heim verbringen, zollten dem Film beim anschließenden Büffet höchstes Lob. Vieles von dem, was da zu sehen sei, hätten sie in den ersten Tagen selbst schon erlebt - "nur das mit dem Heimfahren noch nicht", schränkt Paula ein: "Und da wollen wir auch nicht mitfahren, sonst kriegen wir bestimmt Schullandheim-Heimweh."

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