"Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten". Treffen von acht nordschwäbischen Initiativen in Wertingen. Alternativen zum Straßenbau gefordert

„Wir sind nicht gegen jede Umgehungsstraße, lehnen aber unnötiges Versiegeln und Zerstören ab“, waren sich die Vertreter acht nordschwäbischer Bürgerinitiativen im Gasthof Hirsch in Wertingen einig. Eingeladen hatte der Bund Naturschutz Buttenwiesen, um Verkehrsentlastung ohne den Bau von Umgehungen zu diskutieren.
„Bei zu viel Verkehr im Dorf wird meist nur die Umgehung angedacht. Kosten oder Naturzerstörung werden ausgeblendet. Das spaltet die Gesellschaft! Wir sehen es in Villenbach, Zusamaltheim, Buttenwiesen, Adelsried, Reimlingen, Bachhagel, oder beim Wertinger Overfly. Dabei gibt es Alternativen! Angefangen von moderner Straßensanierung, Verkehrslenkung und Verkehrsberuhigung bis zu ÖPNV-Ausbau." Gernot Hartwig, der Organisator des Abends sprach sich dafür erneut aus, nach Alternativen für eine Umgehung Buttenwiesen zu suchen.
Ein Villenbacher Bürger berichtete: „Bei uns wollten nur wenige die Umfahrung. Da kam der Abgeordnete Winter mit dem Zuschussmodell der kommunalen Sonderbaulast, fordert noch am Abend den einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, weil sein Angebot angeblich nur heute gelte und schon stimmten alle brav für die Umgehung, obwohl es doch Steuergelder sind!“ Hans Strodl, schilderte den Umgang mit öffentlichen Geldern anhand der Kostensteigerung von 4,6 auf 13 Millionen Euro bei der Wertinger Dreifeldbrücke. „Und in der Planfeststellung ist der OMV-Kreisel, mit dem beim Bürgerentscheid geködert wurde, nicht mehr enthalten! Der Bund Naturschutz klagt nun aus Naturschutzgründen.“ „Wenn Bürger Lösungen bringen, werden sie ignoriert. Ich wurde lächerlich gemacht und angefeindet!“, meinte Jörg Wörle, Landwirt aus Reimlingen.
Auch die "auffällig vielen Umfahrungen im Stimmbezirk von MdL Georg Winter" wurden angesprochen. „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten", meinte Gemeinderat Bernhard Neumair-Gilg aus Buttenwiesen. Franz Schmolke von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Unteres Zusamtal" forderte die Kommunen auf, Alternativen durch moderne Verkehrsplaner vorzustellen.
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