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03. November 2009 17:35 Uhr

Organspende

Weihbischof schaltet sich ein

Am vergangenen Samstag ist Pfarrer Andreas Hirsch aus seiner Wohnung in der Wallfahrtskirche Violau ausgezogen. Wohin es den 40-Jährigen nach nur zwei Monaten seelsorgerischen Wirkens in der Pfarreiengemeinschaft Altenmünster-Violau gezogen hat, das ist nicht bekannt.

Bei Rosmarie Heinle hat sich der Pfarrer zwar verabschiedet, "er hat aber nicht gesagt, was er künftig tun wird", so die langjährige Sekretärin im Pfarramt Violau. Der Leiter der bischöflichen Pressestelle in Augsburg, Dr. Christoph Goldt, hat lediglich eine Vermutung: Womöglich sei Hirsch zurück in die Priester-Bruderschaft St. Peter nach Wigratzbad im Allgäu gekehrt.

Wie berichtet, hat sich das Bistum Augsburg von Pfarrer Andreas Hirsch, der am 1. September als Nachfolger von Dr. Michael Kreuzer nach Violau gekommen war, deshalb getrennt, weil er sich im Oktober-Pfarrbrief der Pfarreiengemeinschaft Altenmünster-Violau kritisch zum Thema Organspende geäußert hat. Hirsch schrieb unter anderem, dass eine Organspende nicht dem Willen Gottes entspreche. Das löste bei einigen Teilen der Bevölkerung innerhalb der Pfarreiengemeinschaft eine riesige Protestwelle aus.

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Inzwischen ist der nächste Pfarrbrief in Altenmünster-Violau erschienen. Und darin nimmt nun der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger Stellung zu der nach seiner Ansicht "äußerst verwirrenden Darstellung" der Richtlinien zur Organspende. Losinger betont, dass die Ablehnung der Organspende durch Pfarrer Andreas Hirsch keinerlei theologische und ethische Grundlage besitzt. Das kirchliche Lehramt und auch die Päpste, so Losinger, hätten sich immer anders geäußert. Insbesondere Papst Paul II. habe nie unerwähnt gelassen, dass er in Einklang mit der kirchlichen Lehre Organspende für ein Zeichen äußerster Nächstenliebe eines Menschen zu einem anderen Leidenden hatte. Ferner erwähnt Losinger, dass sich der jetzige Papst Benedikt XVI. selbst als Inhaber eines Organspendeausweises immer wieder bekannt hat.

Die ganzen Vorkommnisse in Violau nimmt der Augsburger Weihbischof zum Anlass, demnächst selbst zu einem Gottesdienst nach Violau zu kommen. Wann dies allerdings sein wird, steht derzeit noch nicht fest. "Es gibt noch keinen konkreten Termin", so Pfarrer Karl Freihalter, der Leiter des Dekanats Dinkelscherben.

Über Vorgänge empört

Dass Andreas Hirsch die Pfarreiengemeinschaft verlassen musste, haben Teile der Bevölkerung nicht verstanden. "Die überwiegende Zahl der Mitglieder war mit ihrem Seelsorger einverstanden und ist sogar empört über die Vorgänge", berichtet Franz Micheler aus Neumünster. Er ist in der Pfarrei Violau als Lektor tätig. (her)

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