Wertingen Bei der Frage: "Was ist Euch die Demokratie und das Kreuz wert?", hätten viele Mitbürger Schwierigkeiten, eine Antwort zu geben. "Die Muslime nicht, sie können ihren Glauben ausdrücken." Sein Wissen über und seine Erfahrungen mit dem Islam schilderte der katholische Theologe Wilfried Puhl-Schmidt aus Kehl am Rhein den rund 35 Zuhörern. Denn: "Wer nichts weiß, wird über den Tisch gezogen", ist seine Überzeugung. Und seine Befürchtung: "Wir erleben es nicht mehr, dass das Grundgesetz dem Koran weichen muss, aber unsere Enkelkinder." Eingeladen hatte das Wertinger Bürgerforum in den Landgasthof Stark in Gottmannshofen.
Einer der Ersten, die mit Muslimen gesprochen haben
Puhl-Schmidt erzählte von Gesprächsrunden, bei denen er als katholischer Theologe des zweiten Vatikanischen Konzils einer der Ersten war, der in Mainz mit den Muslimen gesprochen hat. "Dabei bekam ich nur Koranverse, die von Toleranz und Friedfertigkeit sprechen."
Später arbeitete er an einer Schule im Libanon. Hier wurden Palästinenser kostenlos unterrichtet. "Dieselben Schüler und ihre Eltern haben die Schule später in die Luft gesprengt", erfuhr er, nachdem er aufgrund des Bürgerkriegs das Land verlassen hatte. Von da an befasste er sich näher mit dem Islam.
"Der Koran, dessen Inhalt auch in Deutschland in den Moscheen unterrichtet wird, stimmt in zentralen Fragen nicht mit den Menschenrechten und dem Grundgesetz überein", fasste Puhl-Schmidt seine Sorge immer wieder zusammen. Deshalb vermittelt er seit zwölf Jahren in seinen Vorträgen Grundlagen des Korans und der Biografie Mohammeds. Er berichtete vom friedfertigen Mohammed während seiner Lebensphase in Mekka.
Im Gegensatz dazu vom Machtpolitiker, der er später in Medina gewesen sei. "Friedfertige Toleranz steht Macht und blutiger Eroberung gegenüber. Das sind die zwei Seiten einer Medaille, die im Koran zum Ausdruck kommen", erläutert er und benennt Suren, die zur Ausgrenzung und Gewalt aufrufen und zum Kampf mit der Waffe gegen Andersdenkende.
Aktuelle Beispiele schildert er von der Tötung von Muslimen, die zum Christentum übergetreten seien oder solcher, die den Koran kritisiert hätten. "Die Muslime können nicht anders handeln, es steht so im Koran", betont Wilfried Puhl-Schmidt bei jedem Fall, den er anführt.
Dass der Gott der Christen und Allah nicht derselbe Gott sein können, untermauert Puhl-Schmidt unter anderem damit, dass der christliche Gott niemals zum Töten auffordern würde und nennt die entsprechenden Suren aus dem heiligen Buch der Muslime.
"Gehen Sie auf die Politiker zu und sprechen sie auf Ihre Angst an, dass der Koran die Zukunft unserer Gesellschaft prägen wird."
Damit beantwortet Puhl-Schmidt die Frage, was der Einzelne überhaupt bewegen könne. Und in Bezug auf die Muslime in Deutschland: "Fördern Sie die Integration, versuchen Sie, türkische Mitmenschen als Freund zu gewinnen."
Die Christen müssten überlegen, wie sie den Muslimen gegenüber ihren Glauben vertreten, die Werte wahrnehmen und verteidigen. Denn: "Die Muslime sind nicht alle extrem. Sie können durch das Kennenlernen unserer Werte und durch offene Diskussion, einbezogen werden." (bbk)
Der zweite Teil des Vortrags von Wilfried Puhl-Schmidt findet am Samstag, 8. Mai 2010, um 20 Uhr statt, ebenfalls im Landgasthof Stark. Dabei geht es unter anderen um die Frau im Islam und um die Scharia und das Grundgesetz.
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