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02. Februar 2011 01:00 Uhr

Energiepolitik

Wertinger Experte beeindruckt mit seinem Vortrag

Theo Karmann referiert über Wertschöpfung durch erneuerbare Energien Von marion Buk-Kluger

Wertingen Die Bundesregierung plant bis 2020 eine Stromversorgung mit 35 Prozent aus erneuerbaren Energien, derzeit sind es 16 Prozent. Bis 2050 soll die Stromversorgung sogar mit bis zu 80 Prozent erfolgen. „Das wird eine große Herausforderung für Kommunen und Bürger“, so Dr. Monika Kratzer, Ministerialdirigentin und Leiterin der Abteilung Klimaschutz und technischer Umweltschutz im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.

Im Seminar „Energiepolitik“ der Hanns-Seidel-Stiftung im Kloster Banz wurden verschiedene Aspekte der erneuerbaren Energien und ihrer Potenziale vorgestellt. Mit dabei

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auch der Wertinger Energieexperte

Theo Karmann (Karmann Energie + Facility Management Consulting).

Er referierte vor den anwesenden Kommunalpolitikern zum Thema „Erneuerbare Energien schaffen regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze“ und begeisterte die Teilnehmer und Mitreferenten mit seinem Vortrag. „Bei allen von mir bis jetzt besuchten Vorträgen habe ich solche handfesten Zahlen und Fakten vermisst. Ich bin schwer beeindruckt“, so beispielsweise Dr. Schütte aus Neumarkt in der Oberpfalz.

Karmann stellte die Entwicklung von Arbeitsplätzen in der Branche dar. „Aktuell sind es 340000 Beschäftigte, das ist eine Verdoppelung seit 2004. Deutschland ist Weltmarktführer in der Technologie für erneuerbare Energieprodukte. Global lag das Investitionsvolumen 2010 dafür bei über 200 Milliarden, die Prognose für 2020 liegt bei 420 Milliarden.“

Für verschiedene Technologien (PV, Windkraft, Biogasanlage, Biomasseanlagen) zeigte Karmann zudem die regionale Wertschöpfung an Einkommensanteil, Gewerbesteuer, Kommunalsteuer etc. auf und belegte die detaillierten Zahlen in Euro. „Mit dem Berechnungsmodell können wir für jede Kommune die regionale Wertschöpfung abbilden. Diese Darstellung aller Wertschöpfungsschritte, mit Zahlen belegt gab es bisher noch nicht“, so Karmann, der damit den ersten Vortrag in dieser Form überhaupt abhielt.

Entwicklung vorantreiben

Fossile Brennstoffe wie Kohle oder Erdöl gehen langsam, aber sicher zu Ende. Der Mensch ist deshalb gezwungen, nicht nur Energie zu sparen, sondern sie auch möglichst umwelt- und klimafreundlich zu erzeugen. Deshalb werden Entwicklung und Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland und weltweit vorangetrieben.

Viele Wertschöpfungsschritte finden in der Kommune statt und führen dort zu regionalwirtschaftlichen Wirkungen. „Der ökonomische Anteil ist meist nicht bekannt. Auch nicht, wie man die verschiedenen Möglichkeiten für die Kommunale Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien nutzt, die dann zu einem privatwirtschaftlichen und kommunalen Nutzen führt. Mit diesem Wissen kann jede Kommune aber Impulse für die Wirtschaft und das Handwerk geben“, so Karmann, der betont, dass letztendlich auch ein entscheidender und dauerhafter Beitrag für die Haushaltskasse der Kommune erzielt werden kann.

Aus diesem Grunde ist die Kommune als Motor, Initiator und Treiber für erneuerbare Energien sehr wichtig. „2009 betrug die Kommunale Wertschöpfung aus erneuerbarer Energie in Deutschland 6,7 Mrd. Dabei haben die Kommunen 600 Millionen an Kommunalsteuern eingenommen.“ Außerdem bedeuten regenerative Energien im eigenen Land Versorgungssicherheit. In China muss jede Woche ein neues Kraftwerk in Betrieb genommen werden. Ein Ende ist nicht Sicht.

Aufgrund der großen Nachfrage zu seinen Erkenntnissen wird Theo Karmann sein Referat beim Seminar „KOMMUNALE ENERGIEVERSORGUNG - NACHWACHSENDE ROHSTOFFE“ vom 18. bis 20. Februar in Wildbad Kreuth erneut halten.

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