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24. September 2008 09:10 Uhr

Wertinger Experte listet energetische Missstände auf

Landkreis Dillingen Es gibt keine Thermostate an den Heizkörpern am Albertus-Gymnasium in Lauingen. Wer davor friert, kann die Heizung nicht nach oben drehen. Und wer davor schwitzt, kann die Wärme nicht drosseln.

Das ist nur ein Beispiel der zahlreichen energetischen Missstände, die Theo Karmann vom Unternehmen Facility Management Consulting aus Wertingen gestern dem Kreisausschuss vortrug. Er untersuchte Gebäude des Landkreises auf ihren energetischen Zustand und formulierte Optimierungsvorschläge. Rund 600 Seiten ist sein Bericht lang.

Seine Ergebnisse: Alle Heizungsanlagen in den Gebäuden des Landkreises sind überdimensioniert geplant und somit unwirtschaftlich. Zweitens: Fast alle Pumpensysteme sind zu groß ausgelegt. Und, so steht wörtlich im Fazit: "Der Einbau von Wärmemengenzählern, Wasserzählern und Stromzählern ist sinnvoll."

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In zwanzig Jahren 2,2 Millionen Euro einsparen

Karmann rechnete den Mitgliedern des Ausschusses vor, dass das Einsparpotenzial aller Maßnahmen auf eine Dauer von zwanzig Jahren gesehen bei rund 2,2 Millionen Euro liege. Pro Jahr seien es circa 109 000 Euro. Die Investitionen liegen bei rund 667 000 Euro. Nach durchschnittlich 6,5 Jahren sind sie wieder wettgemacht, so Karmann.

Gerhard Schweiger (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, er sei entsetzt, dass mehrere Gebäude des Landkreises noch auf dem Standard der 60er Jahre seien: "Wo liegt der Fehler im System?" Landrat Leo Schrell antwortete, das Problem liege bei der Schwerpunktsetzung der Ausgaben in den vergangenen Jahren. Frank Kunz (CSU) regte an, Maßnahmen, die sich bereits in einem Jahr bezahlt machten, schnell zu realisieren. Und Bernd Steiner (SPD) erinnerte daran, dass seine Partei bereits vor zehn Jahren vorgeschlagen habe, pro Jahr eine Million Mark für energetische Maßnahmen bereitzustellen. Realisiert worden sei dieser Vorschlag jedoch nicht.

"Die Öffentlichkeit wird den Kopf schütteln", so Hans-Jürgen Weigl (SPD) über den Bericht von Karmann. Hildegard Wanner schlug vor, die ausführenden Firmen mit den eingesparten Energiekosten zu bezahlen. Schrell ergänzte: "Ich fühle mich durch den Bericht bestätigt. Jetzt wird es noch mehr augenfällig, dass Geld zur Verfügung gestellt werden muss." Dieter Ott (CSU) sagte jedoch: "Ich traue dem Frieden nicht. Ich hätte gerne eine Nachkalkulation, was wirklich eingespart wird."

Die Kreisräte kommentierten den Bericht nicht nur - sie zogen auch eine erste Konsequenz. Der Ausschuss beschloss einstimmig, das Projekt "Einbau von hocheffizienten Umwälzpumpen einschließlich hydraulischem Abgleich." Damit sollen die Heizungsanlagen optimiert werden. Für diese Maßnahme sollen in den Haushalt 2009 130 000 Euro eingestellt werden.

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