Meitingen Georg Roth, der im Meitinger Ortsteil Langenreichen eine Windkraftanlage errichten möchte, hat nach eigenen Angaben jetzt eine Bauvoranfrage für dieses Projekt beim Landratsamt gestellt. Der neue Standort der Anlage soll an der Hirschbacher Straße zwischen Langenreichen und Hirschbach sein (wir berichteten). Das Landratsamt beurteilt die Sache jedoch negativ. Von Margret Sturm
Umwelt-Abteilungsleiter Stefan Eiblmaier vom Landratsamt bestätigte, dass eine entsprechende Anfrage vorliegt und das Landratsamt dazu auch Stellung genommen hat. Den Charakter eines offiziellen Bescheids habe diese Stellungnahme jedoch nicht.
In dem Schreiben, das auch dem Markt Meitingen vorliegt, verweist das Landratsamt auf den Regionalplan. In dem heiße es: "Überörtlich raumbedeutsame Windenergieanlagen in der Region sollen in der Regel in den Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für Windenergienutzung errichtet werden." Ausgenommen von dieser Regel seien Gebiete, die von den Gemeinden als Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden.
Für den angestrebten Standort in Langenreichen bedeute das, hier könne keine Windkraftanlage gebaut werden - es sei denn, der Markt Meitingen würde dort eine solche Konzentrationsfläche ausweisen. Antragsteller Georg Roth verweist auf seinen Planer, der die Lage ganz anders beurteile. Die Fläche an der Hirschbacher Straße sei im Regionalplan eine "weiße Fläche", für die der Regionalplan keinerlei Vorgaben mache. Deshalb greife hier der Privilegierungstatbestand aus dem Bundesbaurecht, denn Windkraftanlagen seien privilegierte Vorhaben. Sein Planer, so Georg Roth, habe schon viele Verfahren für Windkraftanlagen begleitet. Deshalb verlasse er sich auf dessen Angaben.
Anfrage für Aussiedlerhof neben Windkraft-Standort
Unterdessen hat ein Landwirt eine Bauvoranfrage für einen Aussiedlerhof in Langenreichen gestellt, der unweit der geplanten Windkraftanlage entstehen soll. Die Bauvoranfrage beinhaltet neben einer Maschinenhalle, Bullen- und Kuhstall auch ein Wohnhaus. Dieses würde in den 500-Meter-Radius der Windanlage fallen, sagte Bürgermeister Dr. Michael Higl.
Der Planungsausschuss des Meitinger Marktgemeinderats habe das Einvernehmen in Aussicht gestellt. Die Entscheidung über das Vorhaben, für das ebenfalls der Privilegierungstatbestand gilt, liege jedoch bei den Fachbehörden.
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