Nach dem Fund von Haarrissen an den Tragflächen des Airbus A380 sollen alle Maschinen vom gleichen Typ untersucht werden. Das ordnete die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) am Mittwoch nach Angaben eines Sprechers an. Bereits Ende Januar hatte die EASA eine Untersuchung von rund 20 der 67 Maschinen vom Typ A380 angeordnet, die weltweit im Einsatz sind.
Gesamte Airbus A380-Flotte soll überprüft werden
Angesichts der Ergebnisse dieser Untersuchungen solle nun die gesamte A380-Flotte überprüft werden, sagte der EASA-Sprecher. Es solle sichergestellt werden, dass es bei den Flugzeugen keine Sicherheitsprobleme gebe.
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Airbus-Programmchef Tom Williams (60) hatte unlängst erklärt, das Problem habe mit dem Herstellungsprozess des A380 zu tun. Die Ursache der Risse sei in erster Linie Material- und prozessbedingt: Das Einbauverfahren wäre mit einem anderen Material durchaus richtig gewesen.
«Wir haben bei diesem Flugzeug ein wenig die Grenzen antesten müssen», meinte Williams mit Blick auf neue Fertigungsmethoden, bei der etwa Aluminium und Faserverbundstoffe kombiniert werden mussten. Es handele sich aber auf keinen Fall um Ermüdungserscheinungen, die zugesicherte Lebenszeit der Riesenflugzeuge von mindestens 19.000 Flugzyklen (Starts und Landungen) bleibe gewährleistet. Williams nannte das Problem sehr begrenzt. Allerdings müsse zur Untersuchung auch das Innere eines Flächentanks inspiziert werden, was zeitintensiv sei.
Australische Qantas zieht A380 aus dem Verkehr
Die australische Fluggesellschaft Qantas hatte am Mittwoch erklärt, wegen Rissen in den Tragflächen einen Airbus A380 vorübergehend aus dem Verkehr zu nehmen. Der Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. afp
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Airbus ist als Tochtergesellschaft der EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) Europas führender Flugzeughersteller. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in Toulouse (Frankreich).
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Auch in Deutschland gibt es mehrere Betriebsstandorte. Momentan produziert Airbus unter anderem in Hamburg, Bremen und Buxtehude.
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Ende 1970 schlossen sich die Gründungsmitglieder der französischen "Aérospatiale" und die Deutsche Airbus zur "Airbus Industrie" zusammen. Sie bildet seither das Gegengewicht zum US-Konzern Boeing.
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Felix Kracht war der erste Produktionsdirektor des jungen Unternehmens. Den Vorsitz im Aufsichtsrat hatte bis zu seinem Tod der Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß. Seit 2007 leitet Thomas Enders den Betrieb.
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2001 erhielt Airbus zum ersten Mal mehr Aufträge als Boeing. Das Unternehmen konnte sich als Weltmarktführer auch in den darauffolgenden Jahren erfolgreich behaupten.
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Der Erfolgskurs beflügelt die Planung. Ab 2008 soll auch außerhalb Europas produziert werden. Große Summen wurden in ein neues chinesisches Werk investiert.
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2006 kommt es zur Krise. Ein Produktionsfehler in Hamburg und diverse Kommunikationsprobleme zwischen dem Werk und der Zentrale lösten eine handfeste Kontroverse aus. Die daraus resultierende Auslieferungsverzögerung der fehlerhaften A380-Sektionen um über ein Jahr brachte Umsatzeinbußen mit sich und schwächte die Aktien des Mutterkonzerns. Boeing gewann die Weltmarktführung zurück.
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Das Sanierungsprogramm "Power8" enthielt acht Punkte zur Wiederbelebung des Konzerns. Es standen auch Werksverkäufe und Arbeitsplatzeinsparungen auf dem Plan. Am 2. Februar 2007 fanden an den deutschen Standorten erste Proteste statt.
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Seit 2008 geht es mit Airbus wieder bergauf. 2009 wurde "Airbus Military" gegründet, ein Zusammenschluss sämtlicher militärischer Luftfahrzeug-Programme des Unternehmens.
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Das auf die Anforderungen der NATO abgestimmte Militärflugzeug Airbus A400M sollte ursprünglich Ende 2009 ausgeliefert werden. Die Fertigstellung hat sich immer wieder verzögert.
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Erfolgreich ist Airbus insbesondere mit den älteren Flugzeugmodellen. Bei neuen Vorhaben kommt es dagegen häufig zu Schwierigkeiten und damit verbundenen Verzögerungen.
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