Sonntag, 19. Mai 2013

09. April 2012 13:05 Uhr

Erdgas und Autogas

Alternativen im Tank

Der Umstieg auf Erd- oder Autogas kann sich gerade für Vielfahrer lohnen. Wir erklären, was Autofahrer beachten sollten. Von Sven Daam

Diesel, E10, Super – oder Autogas. Angesichts der hohen Spritkosten denken Autofahrer zunehmend auch an alternative Antriebe.
Foto: dpa

Der Blick auf die Preistafel an der Tankstelle kann Autofahrern derzeit den Schweiß auf die Stirn treiben: Benzin ist so teuer wie nie. Auch für Diesel zahlen Verbraucher Rekordpreise. Alternativen wie Erdgas und Autogas sind dagegen deutlich billiger. Doch der ADAC rät, nicht nur auf den Preis an der Tankstelle zu schauen. Denn bei Gasautos gibt es einige Dinge zu beachten.

Was ist eigentlich Autogas und was ist Erdgas?

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Erdgas ist ein natürliches, hochbrennbares Gas. An Tankstellen wird es als Compressed Natural Gas (CNG) verkauft, also als komprimiertes Erdgas. Autogas dagegen ist eine Mischung aus Butan und Propan. Es ist ein Brennstoff, der unter anderem bei der Verarbeitung von Erdöl anfällt. Verkauft wird es als Liquefied Petroleum Gas (LPG).

Wie viele Gas-Tankstellen gibt es überhaupt?

Autogas ist der erfolgreichste alternative Antrieb. Bundesweit wird der Treibstoff an mehr als 6200 Tankstellen verkauft. Auch in vielen anderen Ländern Europas gibt es ein enges Autogas-Tankstellennetz. Von den 14700 Tankstellen in Deutschland haben allerdings nur 900 Erdgas. Meist handelt es sich dabei um Marken-Tankstellen. Auch in anderen Ländern ist die Zahl der Erdgas-Tankstellen gering.

Was kostet Erdgas, was Autogas?

Dank der niedrigeren Steuern kostet Autogas im Schnitt nur halb so viel wie Superbenzin. Derzeit liegt der Preis bei rund 80 Cent. Erdgas liegt mit rund einem Euro auch noch deutlich unter dem Preis von Super E10, der aktuell über 1,60 Euro beträgt. Die Gaspreise sind zwar noch bis 2018 laut Energiesteuersatz begünstigt, steigen jedoch auch, wenn Benzin und Diesel teurer werden.

Ist das Autofahren mit Gas wirklich so viel billiger?

Das kommt darauf an. Der ADAC empfiehlt, auch die Anschaffungs- und die laufenden Kosten zu berücksichtigen. Ein Beispiel: Fährt man vier Jahre lang einen VW Golf mit sparsamem 1,6-Liter-Dieselmotor (20000 Kilometer pro Jahr), fallen je gefahrenem Kilometer 32,6 Cent Kosten an. Mit Autogas wären es bei einem vergleichbaren Wagen 34,2 Cent, mit Benzin 38,2 Cent. Bei einem Opel Zafira mit Erdgas wären es demnach 38,9 Cent je Kilometer, 40,8 Cent mit einem Diesel und 48,2 Cent mit einem Benziner. Es kommt also immer auf den Wagen an und wie viele Kilometer man damit unterwegs ist.

Können alte Autos auch auf Gasantrieb umgerüstet werden?

Ja. Viele Autos mit Benzinmotor können auch auf den Betrieb mit Autogas oder Erdgas umgerüstet werden. Allerdings kostet der Umbau meist mehrere tausend Euro. Diese Kosten rechnen sich laut ADAC erst nach 30000 bis 80000 Kilometern.  Ein Vorteil: Umgerüstete Autogas-Autos können wahlweise mit Benzin oder Gas betrieben werden. Der Benzintank bleibt erhalten. Der Gastank kommt etwa in die Reserverad-Mulde. Auch Erdgas-Autos gibt es in dieser Ausführung.

Außerdem unterstützen viele lokale Energieversorger, die Erdgas verkaufen, auch die Anschaffung eines neuen Erdgasautos mit Zuschüssen oder Tankgutscheinen.

Wie umweltfreundlich sind Gasautos eigentlich?

Bei der Verbrennung von Erdgas und Autogas ist der Schadstoffausstoß mitunter deutlich geringer als bei Diesel und Benzin. Dies gilt etwa für das Treibhausgas Kohlendioxid, aber auch für Kohlenmonoxid oder Stickoxide. Teils können Autofahrer auch Erdgas mit Biogas-Anteil tanken, der etwa aus Bio-Abfällen gewonnen wird.

Wie erfolgreich sind alternative Antriebe inzwischen?

Ihr Marktanteil ist noch immer sehr gering. Im Jahr 2011 waren von 43 Millionen Autos in Deutschland nur 600000 in der Lage, Erdgas oder Autogas zu tanken, mit Strom zu fahren oder mit einem Hybridantrieb eine zusätzliche Antriebskraft neben dem Benzin zu nutzen. Der Anteil alternativer Antriebe lag damit im vergangenen Jahr lediglich bei 1,4 Prozent. Das geht aus einem Bericht des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg hervor. (mit dpa und afp)

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Schlagworte

Benzin | Diesel | Erdgas



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