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Deutschland: Bahn investiert 4,5 Milliarden in ihr Schienennetz

Deutschland

Bahn investiert 4,5 Milliarden in ihr Schienennetz

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    Die Deutsche Bahn investiert in den Ausbau des Schienennetzes.
    Die Deutsche Bahn investiert in den Ausbau des Schienennetzes. Foto: dpa

    Die Deutsche Bahn will 2012 rund 4,5 Milliarden Euro in den Ausbau ihres Schienennetzes investieren.

    Schwerpunkte für 2012 sind die Strecken Hamburg-Bremen-Münster, Hannover-Göttingen, Hamm-Dortmund-Düsseldorf sowie die Knoten Magdeburg, Leipzig und Erfurt, sagt Dr. Volker Kefer, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn AG. Demnach sind insgesamt 30 000 Baustellen geplant, im Schnitt wird täglich an 700 einzelnen Orten gebaut. Dabei werden fast 2600 Kilometer Schienen, 1870 Weichen und 2 Millionen Eisenbahnschwellen erneuert.

    Die Maßnahmen erfolgen gebündelt in 73 Schwerpunktregionen. Schon im laufenden Jahr habe die Bahn 4,4 Milliarden Euro ins Schienennetz gesteckt.

    2011 hat die DB auf den Hauptstrecken und in den Bahnknoten rund 1.700 Weichen und 3,5 Millionen Tonnen Schotter ausgetauscht sowie fast 3.900 Kilometer Schienen und rund 2,6 Millionen Schwellen erneuert. Insgesamt fließen 2011 wie im Vorjahr rund 4,4 Milliarden Euro in das bestehende Netz. Schwerpunkte der Netzmodernisierung im Jahr 2011 waren die Strecken Berlin–Hannover–Rhein/Ruhr, Hannover–Hamburg, Karlsruhe–Basel und Kassel–Gießen–Frankfurt.

    Technische Pannen an ICE-Zügen

    Technische Probleme an ihren ICE-Zügen haben der Deutschen Bahn schon häufiger Probleme bereitet. Eine Auswahl:

    10. Juli 2010: In einem ICE nach Berlin fallen die Klimaanlagen aus. Die Temperaturen im Zug sollen auf über 50 Grad gestiegen sein. Am Bahnhof Bielefeld müssen mehrere Reisende notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden.

    17. April 2010: Bei voller Fahrt verliert ein ICE auf dem Weg von Amsterdam nach Basel eine Tür. Sie schlägt in einen entgegenkommenden ICE ein. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Köln werden sechs Menschen leicht verletzt. Ursache für den Unfall ist eine lose Stellmutter an der Verriegelung.

    24. Oktober 2008: Die Bahn zieht einen Teil ihrer ICE-Flotte kurzfristig zur Überprüfung aus dem Verkehr. Zuvor war ein Riss in der Radsatzwelle eines ICE T entdeckt worden. Später wird nahezu die gesamte Flotte der Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE T mit Neigetechnik überprüft.

    9. Juli 2008: Kurz nach der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof springt ein ICE 3 - das modernste Modell der ICE-Flotte - mit einem Achsenbruch aus den Gleisen. Ursache für das Unglück ist eine defekte Radsatzwelle.

    Mit der Bündelung und einer Berücksichtigung der Baustellen im Fahrplan will die Deutsche Bahn zusätzliche, baustellenbedingte Verspätungen vermieden.

    Die wichtigsten Baustellen 2012 im Überblick

    1. Hamburg – Bremen – Münster
    Von Ende Januar bis Mai modernisiert die DB im Knoten Bremen sowie auf den Strecken von Bremen nach Hamburg und Osnabrück Gleise und Weichen. Dabei werden unter anderem 120 Kilometer Schienen erneuert, fast 100.000 Schwellen und mehr als 60.000 Tonnen Schotter neu eingebaut. An der Bremer Weserbrücke werden 2000 Brückenbalken sowie die Gleise auf der Brücke erneuert. Zudem errichtet die DB insgesamt knapp drei Kilometer Lärmschutzwände entlang der Gleise, insbesondere im Raum Bremen-Oberneuland. Vom 7. Februar bis Ende Mai werden wegen der Bauarbeiten viele IC-Züge im Raum Bremen umgeleitet und halten daher nicht in Bremen.
    Zeitweise halten Fernverkehrszüge in Bremen nur alle zwei Stunden, statt sonst stündlich.

    2. Hannover – Dortmund
    Von Ende Juli bis November werden zwischen Hannover und Dortmund Gleise und Weichen erneuert. Zeitgleich werden Brückenarbeiten durchgeführt. Je nach Bauabschnitt ist die Strecke daher nur eingleisig befahrbar. Für Fern- und Nahverkehrszüge gelten geänderte Fahrpläne, im Fernverkehr verlängern sich die Fahrzeiten um bis zu 10 Minuten. Im Nahverkehr fallen zeitweise Züge ganz oder teilweise aus, bestimmte Bahnhöfe werden in einigen Bauabschnitten nicht nur eingeschränkt bedient.

    3. Hannover–Hamburg
    Von September bis November ist die Strecke Hamburg-Hannover abschnittsweise eingleisig. Die meisten ICE-Züge werden über Rotenburg (Wümme) umgeleitet und benötigen für die Strecke Hamburg-Hannover etwa 20 Minuten länger. IC-Züge fallen zwischen Hamburg und Hannover aus, Dafür halten ICE-Züge in Celle, Uelzen und Lüneburg. Die DB erneuert Gleise und Weichen, erweitert den Lärmschutz und baut am dritten Gleis zwischen Stelle und Lüneburg.

    4. Hannover-Magdeburg
    Von April bis Anfang Juli ist die Strecke Hannover-Magdeburg abschnittsweise nur eingleisig befahrbar, weil Gleise und Weichen erneuert werden. Deswegen werden die IC-Züge zwischen Hannover und Magdeburg über Wolfsburg und Stendal umgeleitet. Der Halt in Braunschweig entfällt, die Fahrzeit verlängert sich und die Züge Richtung Leipzig fahren in Hannover etwa zehn Minuten früher ab und erreichen Hannover in der Gegenrichtung etwa 10 Minuten später. Die DB erneuert hier fast 40 Kilometer Schienen und 16 Weichen.

    5. Stuttgart – Singen (Gäubahn)
    Vom 8. Oktober bis 18. November erneuert die DB Gleise und Weichen zwischen Tuttlingen und Singen (Hohentwiel). Nah- und Fernverkehrszüge werden durch Busse ersetzt. Die Fahrzeit verlängert sich um bis zu eine Stunde.

    6. Hannover – Göttingen
    Vom 14. Januar bis 2. Februar erneuert die DB Schienen auf der ICE-Strecke Hannover-Göttingen. Die ICE-Züge von und nach Hamburg und Berlin werden teilweise über Kreiensen umgeleitet. Wegen der längeren Fahrzeit fahren die Züge in Hamburg und Berlin jeweils bis zu 30 Minuten früher ab und erreichen die beiden Metropolen jeweils etwa 30 Minuten später. Die Halte der Fernverkehrszüge in Celle, Lüneburg und Uelzen verändern sich dadurch ebenfalls.

    7. Bauarbeiten der Österreichischen Bundesbahnen auf der Strecke Innsbruck - Brenner
    Auch die Österreichischen Bundesbahnen modernisieren ihre stark genutzte Infrastruktur. Von Juni bis September ist die Strecke an vielen Wochenenden von samstagfrüh bis Montag, Betriebsschluss, gesperrt. Von Juli bis September sind zudem einige Streckenabschnitte nur eingleisig befahrbar. Eurocity-Züge von und nach München erhalten teils andere Fahrpläne und werden zwischen Innsbruck und Brenner zeitweise durch Busse ersetzt.

    Aktuelle Baustelleninfos auch im Internet unter www.bahn.de/bauarbeiten und für mobile Geräte wie iPod oder Blackberry sogar unterwegs: bauarbeiten.bahn.de/mobil.

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