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03. August 2009 19:35 Uhr

Agrarsubventionen: Wer bekommt wieviel?

Bauern kassieren am wenigsten

Seit Montag kann jeder nachlesen, wer wie viel Geld aus dem EU-Agrarfonds erhält, wie etwa Bauernpräsident Sonnleitner oder Minister Brunner. Doch wesentlich mehr bekommen Molkereien in der Region. Von Manuela Mayr

Bauern-Stimmung-Subventionen

München/Augsburg Die Internet-Adresse www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche dürfte gestern zumindest im ländlichen Bayern häufig geklickt worden sein. Dort ist seit Montag nachzulesen, wer wie viel Geld aus dem EU-Agrarfonds erhält.

Die Staatsregierung hatte sich lange gesperrt, die Daten der rund 127.000 Empfänger von Agrarsubventionen zu veröffentlichen, während alle anderen Bundesländer der Vorgabe der EU-Kommission bereits Mitte Juni nachkamen.

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Unter dem Druck einer drohenden Strafzahlung gab Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) nach - sehr zum Bedauern des Bauernverbandes, der die Gleichbehandlung aller Empfänger staatlicher Hilfen forderte. "Die selektive Veröffentlichung einer einzigen Berufsgruppe ist nicht in Ordnung", hatte Matthias Borst, Leiter der Abteilung Agrarpolitik beim Bayerischen Bauernverband, am Freitag bekräftigt.

Die "Berufsgruppe" der Landwirte steht allerdings nach der Veröffentlichung gar nicht mehr so sehr im Fokus des Interesses. Selbst die Spitzenleute der Landwirtschaft, allen voran Minister Brunner selbst und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner, rangieren mit der Förderung, die sie für ihre Betriebe bekommen, ziemlich weit hinten in der Skala der Subventionsempfänger.

Bescheidene 6961,71 Euro kassiert Minister Brunner für seinen Grünlandbetrieb mit Kalbinnenaufzucht und zwei Ferienwohnungen im niederbayerischen Zachenberg. Rund die Hälfte davon ist eine Ausgleichszulage für die Bewirtschaftung von Flächen in Steillagen und mit schlechten Erträgen.

Auch die Sonnleitner GbR in Ruhstorf an der Rott erhält mit gut 34.000 Euro Direktbeihilfen nur einen Bruchteil dessen, was etwa dem Sohn von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in Regensburg zusteht. Mit 575.000 Euro an staatlicher Förderung ist der junge Fürst einer der wenigen bayerischen Gutsbesitzer, die mit der Agrarförderung über der 100.000-Euro-Marke liegen.

Weitaus stärker ins Gewicht fallen die Gelder zur "Marktstrukturförderung" an die Ernährungsindustrie, darunter zahlreiche Molkereien wie Gropper in Bissingen (4,17 Millionen Euro), Schönegger Käse Alm in Prem (Kreis Weilheim Schongau) mit 1,31 Millionen Euro, die Milchwerke Berchtesgadener Land in Piding mit 1,27 Millionen Euro, die Käserei Goldsteig in Cham (1,24 Millionen). Auch die Südstärke GmbH in Schrobenhausen bekam 2008 2,95 Millionen Euro.

Für Hochwasserschutz-Projekte gingen an Wasserwirtschaftsämter in Ingolstadt, Kronach und Landshut einstellige Millionenbeträge.

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