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10. Februar 2012 12:31 Uhr

Müller-Brot

Behörden bleiben dabei: Keine Gefahr durch Mäusekot

Eine Woche will sich die Großbäckerei Müller-Brot noch Zeit für ihr Generalsaubermachen lassen. Dann sollen die Backöfen wieder angeheizt werden.

Die wegen Mäusekot und Kakerlaken in ihrer Neufahrner Fabrik seit 30. Januar stillgelegte Großbäckerei Müller-Brot will in gut einer Woche wieder die Produktion aufnehmen.
Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Gesundheitsbehörden sehen auch nach Bekanntwerden neuer Details über gravierende hygienische Mängel bei der Großbäckerei Müller-Brot keine Gesundheitsgefährdung für die Verbraucher. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen bleibt dabei, dass eine Gefahr für die Kunden der Brotfabrik auszuschließen sei.

Dies hätten Betriebskontrollen und die Untersuchung von Proben aus der Produktion ergeben. Mäusekot und Ungeziefer seien nur in Backzutaten, nicht aber in fertiger Ware nachgewiesen worden. Mehrmals mussten aber Lebensmittel bei Müller-Brot entsorgt werden, weil «im Umfeld der Produktion unhygienische Umstände vorgefunden wurden», so weiter. Dies betrifft auch bereits ausgelieferte Ware. Die Produktion ruht seit 30. Januar.

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Produktion soll in einer Woche wieder aufgenommen werden

Die wegen Mäusekot und Kakerlaken in ihrer Neufahrner Fabrik seit 30. Januar stillgelegte Großbäckerei Müller-Brot will in gut einer Woche wieder die Produktion aufnehmen. Davor soll es eine erneute Kontrolle durch die Lebensmittelbehörden geben. Die Geschäftsleitung bat am Donnerstagabend beim Landratsamt Freising um einen Abnahmetermin am Freitag in einer Woche (17. Februar). «Bis dahin sollen die notwendigen Maßnahmen durchgeführt worden sein, um die erforderlichen hygienischen Zustände zur Freigabe der Produktion herzustellen», teilte die Behörde mit.

Müller-Brot selbst bezeichnete die derzeitige Krise als «Chance für einen grundlegenden Neustart». Um in Zukunft die hohen Anforderungen zu übertreffen, werde das interne Reinigungsmanagement komplett neu gestaltet und zusätzliche neue Dienstleister in diesem Bereich beauftragt. «Erklärtes Ziel der Unternehmensführung ist es, am Ende das Vertrauen der Verbraucher wiederzugewinnen», hieß es am Donnerstagabend in einer Mitteilung des Unternehmens.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren in der Großbäckerei Schaben und Mäusekot unmittelbar vor dem Produktionsstopp vor eineinhalb Wochen im Mehl, aber nicht in fertiger Ware selbst gefunden worden. Eine Gesundheitsgefährdung für den Verbraucher habe dadurch nicht bestanden. «Weder auf noch in den Backwaren konnten bei mikrobiologischen Laboruntersuchungen Schädlinge oder Mäusekot festgestellt werden», teilte das LGL mit. «Dennoch erfolgte eine Entsorgung von Waren im Zusammenhang mit den Betriebskontrollen, wenn im Umfeld der Produktion unhygienische Umstände vorgefunden wurden.»

Nach Angaben des Freisinger Landratsamtes wurde Müller-Brot in den vergangenen zweieinhalb Jahren 21 Mal kontrolliert. Bei 7 dieser unangekündigten Besuche war die Spezialeinheit des LGL aus Erlangen beteiligt, in der Lebensmittelbranche so etwas wie die GSG 9 bei der Polizei. Seit Herbst 2010 musste die Bäckerei sechsmal ungenießbare Ware vernichten. In drei Fällen waren die Produkte bereits ausgeliefert. Für eine öffentliche Rückrufaktion hätten jedoch die rechtlichen Voraussetzungen gefehlt. Die Ware wurde stillschweigend aus den Regalen genommen.

Buß- und Zwangsgelder gegen Müller-Brot

Seit Herbst 2009 verhängten die Behörden mehrere Buß- und Zwangsgelder in Höhe von 69 000 Euro. Kritisch wurde die Lage für Müller-Brot aber erst Ende 2011, als die Regierung von Oberbayern die Schließung der Fabrik androhte. Dennoch lief die Produktion bei Müller bis 30. Januar 2012 weiter.

Wegen ähnlicher Hygieneprobleme wurde unterdessen auch in Unterfranken eine Bäckerei geschlossen. Wie die Stadt Aschaffenburg mitteilte, wurden bei einer routinemäßigen Kontrolle Reinigungsmängel und Schädlinge festgestellt. Die städtischen Lebensmittelüberwacher schalteten die Staatsanwaltschaft ein.

Bei dem Unternehmen handele es sich «um einen kleineren lokalen Bäcker mit mehreren Filialen», sagte Stadtsprecherin Mailin Seidel. «Von einem Rückruf der bereits ausgelieferten Waren wurde abgesehen, weil eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht zu erwarten war.» Die Bäckerei habe die Reinigung des Betriebes bereits eingeleitet. Sobald die Mängel beseitigt seien, werde die Produktion wieder freigegeben.  AZ/dpa

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