Mittwoch, 22. November 2017

14. November 2017 06:44 Uhr

Kommentar

Brexit: Einen Gewinner gibt es in diesem Spiel nicht

Der Brexit könnte für die deutsche Wirtschaft teuer werden, wenn sich EU und Großbritannien nicht bald auf ein Reglement einigen. Doch am Ende nutzt der EU-Ausstieg keiner Seite.

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Der Brexit könnte die deutsche Exportwirtschaft schwer treffen, sollten sich Großbritannien und die EU nicht über Einzelheiten des Ausstiegs einigen.
Foto: Federico Gambarini, dpa (Archiv)

Der Brexit kommt – und er kommt Deutschland teuer zu stehen. Knapp vier Milliarden Euro im Jahr wird die Bundesrepublik zusätzlich in die europäische Kasse einzahlen müssen, wenn Großbritannien am 29. März 2019 Punkt 23 Uhr Ortszeit die Europäische Union verlässt.

Noch größer dürfte der Schaden für die deutsche Exportwirtschaft sein, sollten die EU und die britische Regierung sich nicht bald auf ein Reglement für den Ausstieg und eine Art Lastenausgleich einigen, den die Briten für die spektakuläre Scheidung bezahlen.

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Brexit nutzt weder den Briten noch der EU

Mag sein, dass die deutsche Autoindustrie etwas übertreibt, wenn sie von mehr als zwei Milliarden Euro im Jahr an zusätzlichen Zollkosten für die Nach-Brexit-Zeit spricht. Ein Fingerzeig für das, was da noch auf Europa zukommt, ist die Zahl aber allemal.

Während die Welt insgesamt enger zusammenrückt, trennt Großbritannien und Kontinentaleuropa womöglich bald eine unsichtbare Grenze aus Zöllen, Importquoten und anderen Handelshemmnissen. Das verteuert Produktion und Handel, gefährdet Arbeitsplätze und nutzt unterm Strich weder den Briten noch dem Rest Europas. Einen Gewinner gibt es in diesem Spiel nicht.

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Schlagworte

EU | Großbritannien | Deutschland

Ein Artikel von
Rudi Wais

Augsburger Allgemeine
Ressort: Chef vom Dienst



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