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29. Juli 2007 20:10 Uhr

Der Milchtopf ist plötzlich umkämpft

Bislang sind Lebensmittel in Deutschland so billig wie kaum andernorts in Europa. Doch die paradiesischen Zeiten sind vorbei. Von Klaus Köhler,

Der Hunger nach Milchprodukten in aufstrebenden Ländern wie China und Russland hat die weltweite Nachfrage und damit die Preise in die Höhe schnellen lassen. "Der Milchtopf ist plötzlich umkämpft", beschreibt Michael Brandl vom Milchindustrie-Verband gegenüber unserer Zeitung die Lage.

Schon im Frühjahr berichtete der Verband, dass die Preise für Milchpulver "durch die Decke gehen". Sämtliche Lager waren leergefegt und die Bestände, die in Überschusszeiten von der EU angehäuft worden waren, verkauft. Der Preis für Produkte wie Molkenpulver hatte sich innerhalb eines Jahres verdoppelt.

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Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die anderen Milcherzeugnisse vom Preissog erfasst wurden, "denn der Rohstoff ist schließlich der gleiche", so Brandl. Die Verarbeitung von Milch zu Joghurt und anderen Frischprodukten lohnte für die Molkereien immer weniger, solange der Handel dafür nicht mehr bezahlt. "Preisanpassungen für die Produkte des Kühlregals sind dringend notwendig, um die Versorgung nachhaltig zu sichern", warnte der Verband.

Nachdem die Molkereien in den vergangenen Jahren dem Handel, allen voran den Discountern, immer wieder Preiszugeständnisse machen mussten, sitzen sie jetzt plötzlich am längeren Hebel. "Wir kommen aus dem Tal der Tränen. Viele Milchbauern standen mit dem Rücken an der Wand, weil die Preise nicht die Kosten deckten", so Brandl. Dass sich die Lage jetzt so schnell drehen würde, hatte niemand erwartet.

Die Bauern bekommen bereits deutlich mehr für die Milch als noch vor einem Jahr und können mit weiteren Steigerungen rechnen, weil den Molkereien ihre Produkte aus der Hand gerissen werden. Bezahlen müssen es am Ende die Verbraucher. "1970 musste ein Arbeitnehmer noch 22 Minuten für ein Päcken Butter arbeiten - heute nur noch vier", sagt Michael Brandl. Doch das wird sich bald ändern.

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