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28. September 2011 07:21 Uhr

Stiftung Warentest untersucht Dispozins

Drei Banken aus der Region zählen zu Deutschlands teuersten

Stiftung Warentest nahm deutsche Banken unter die Lupe. Die Zahlen würden der realen Situation nicht entsprechen, erklären die Vorstände. Eine Bank taucht im Ranking zweimal auf.

Drei Banken aus der Region zählen zu den teuersten Deutschlands – zumindest, was die Höhe des Dispokredits anbelangt, wie Stiftung Warentest herausgefunden hat.  Doch die Zahlen, die Stiftung Warentest anführt, würden mit der realen Situation nicht übereinstimmen, wie die betroffenen Geldinstitute erklären.

Nur ein Bruchteil der Konten hat den hohen Dispozins

1610 deutsche Kreditinstitute hat das Verbrauchermagazin unter die Lupe genommen. Bei 25 Banken hat die Stiftung einen Dispokredit über 14 Prozent herausgefunden. dazu zählen auch drei Kreditinstitute aus der Region: Sowohl die Sparkassen in Neuburg-Rain und Neu-Ulm-Illertissen als auch die Volksbank-Raiffeisenbank in Neuburg.

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Aus welcher Quelle Stiftung Warentest den Zinssatz über 14,10 Prozent gefiltert hat, weiß Georg Beidenhauser, Vorsitzender der Raiffeisen-Volksbank Neuburg an der Donau, nicht. „Bei uns im Haus hat niemand nachgefragt“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Möglicherweise haben sie im Internet einen Standard-Zinssatz herausgelesen.“ Beidenhauser zufolge liegen nur 0,8 Prozent aller Girokonten der Raiffeisen-Volksbank Neuburg an der Donau bei diesem Zinssatz von 14,10 Prozent. Das gilt demnach für 240 Konten von 30 000.

Eine Bank ist zeitgleich ganz oben und ganz unten dabei

„Der Rest befindet sich deutlich darunter, unser niedrigster Zinssatz liegt bei 2,7 Prozent.“ Je nach Bonität des Kunden und Dauer des Abschlusses würden den Kunden individuelle Zinssätze angeboten: „Die Preisbildung hängt vom einzelnen Kunden ab“, betont Beidenhauser.

Ähnliches erklärt Kurt Müller, Vorsitzender der Sparkasse Neuburg-Rain. Die taucht in dem Ranking zweimal auf – einmal am unteren Ende der Skala mit 14 Prozent, einmal oben mit 9 Prozent. „Das liegt an zwei verschiedenen Kontoführungsmodellen, die wir anbieten.“ Auch Müller betont, dass nur die wenigsten Kunden einen Dispozins in Anspruch nähmen, die meisten Kunden hätten eine andere Finanzierung mit individuellen und niedrigeren Zinssätzen.

Den bemängelten Dispozins schon länger abgesenkt

Korrekt, aber nicht mehr aktuell sind die 14,23 Prozent, die Stiftung Warentest für die Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen zum Stichtag 1. August 2011 ermittelt hat. Sprecherin Carmen Partsch betont, dass bereits im August – also vor Veröffentlichung des Rankings – beschlossen wurde, den Dispozins auf 13,25 Prozent zu senken. Geänderte Konditionen hätten zu der Absenkung geführt: „Die bisher angenommene Leitzinserhöhung hat sich doch nicht bestätigt, daher konnten wir die Zinsen senken“, so Partsch.

Der von Stiftung Warentest errechneten bundesweite Schnitt liegt bei einem Dispozinssatz von 12,4 Prozent.

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