Mittwoch, 23. August 2017

12. August 2017 12:30 Uhr

Kommentar

Eine Quote für Elektroautos wäre der falsche Weg

Martin Schulz' Forderung nach einer EU-Quote für Elektroautos ist ein Griff in die Mottenkiste der Planwirtschaft - und deswegen der falsche Weg.

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Eine EU-weite Quote für Elektroautos ist keine Lösung, kommentiert Jürgen Marks.
Foto: Lino Mirgeler/dpa

Martin Schulz hat ein gutes Wahlkampf-Thema gefunden. Der Diesel-Skandal trifft der Deutschen liebstes Kind. Die Wut über drohende Fahrverbote und eine zu große Nähe der Bundesregierung zur Auto-Branche ist tatsächlich groß. Die Menschen ärgert, von der Politik zum Kauf von Dieselmodellen motiviert worden zu sein. Und jetzt verlieren die vermeintlich sauberen Autos an Wert, weil sie Stickoxyd-Schleudern sind.

Die Politik müsste auf strengere Grenzwerte setzen

Das Versprechen des SPD-Kanzlerkandidaten, der Industrie mehr Druck zu machen, trifft daher die Stimmung der Bevölkerung. Doch kann er auch davon profitieren?

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Eher nicht. Zum einen beweist gerade sein niedersächsischer Parteifreund Stephan Weil, wie groß auch die Nähe der SPD zur Auto-Industrie war und ist.

Und zum anderen ist die Forderung nach einer EU-Quote für Elektro-Autos ein Griff in die Mottenkiste der Planwirtschaft. Klüger wäre es im Sinne sauberer Luft, auf strengere Grenzwerte zu setzen. Ob die mit einem Zuwachs tatsächlich sauberer Diesel, Elektro-Autos, Brennstoffzellenantrieben oder Erdgas-Fahrzeugen erreicht werden, bliebe die freie Entscheidung der Autohersteller und ihrer Kunden. Die Politik sollte nicht Unternehmer spielen. Das ist bislang selten gut gegangen.

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Ein Artikel von
Jürgen Marks

Augsburger Allgemeine
Ressort: stv. Chefredakteur


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