Normalverdiener hinterziehen in Deutschland laut Berechnungen einesExperten mehr Steuern als Reiche. Bürger mit einem Monatseinkommen vonbis zu 4000 Euro schleusten zwölf bis 15 Milliarden Euro pro Jahr ander Steuer vorbei.
Berlin (AFP) - Normalverdiener hinterziehen in Deutschland laut Berechnungen eines Experten mehr Steuern als Reiche. Bürger mit einem Monatseinkommen von bis zu 4000 Euro schleusten zwölf bis 15 Milliarden Euro pro Jahr an der Steuer vorbei.
Das berichtete der «Tagesspiegel» unter Berufung auf Berechnungen des Linzer Wirtschaftsprofessors Friedrich Schneider. Werde der Schaden hinzugerechnet, den Gutverdiener verursachen, gingen dem Fiskus insgesamt bis zu 25 Milliarden Euro verloren.
Allein auf die Einkommensteuer entfielen bei der Steuerhinterziehung durch untere und mittlere Verdiener acht Milliarden Euro, sagte der Ökonom. Der Rest gehe auf das Konto der indirekten Steuern, vor allem der Mehrwertsteuer. So hinterzögen Bürger Steuern, indem sie etwa im Ausland tanken, geschmuggelte Zigaretten rauchen, selbst schwarz arbeiten oder Schwarzarbeiter beschäftigen.
»Das Unrechtsbewusstsein schrumpft, wenn die Eliten Gesetze brechen», sagte Schneider mit Blick auf den Fall Zumwinkel. Zudem sei Steuerhinterziehung durch Schwarzarbeit weniger schlimm, als wenn Manager ihr Geld nach Liechtenstein transferierten. «Immerhin leisten Schwarzarbeiter etwas und steigern die Wirtschaftsleistung - dazu trägt die Steuerhinterziehung der Reichen meist nicht bei.»
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: