Sonntag, 21. Dezember 2014

02. Februar 2013 13:31 Uhr

Gewerkschaften

IG Metall kündigt härteren Kurs in Konzernaufsichtsräten an

IG-Metall-Chef Berthold Huber hat einen härteren Kurs der Gewerkschaft in Aufsichtsräten großer Konzerne angekündigt.

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IG-Metall-Chef Huber: «Arbeitnehmer in den Aufsichtsräten müssen den Mut finden, etwas nicht mitzutragen.» Foto: Arne Dedert/ Archiv dpa

Es könne nicht angehen, dass Gewerkschaftsvertreter in den Kontrollgremien im Zweifelsfall auf Seite der Vorstände stünden, sagte Huber der «Süddeutschen Zeitung» (SZ/Samstag): «Arbeitnehmer in den Aufsichtsräten müssen den Mut finden, auch mal etwas nicht mitzutragen.» Gefragt seien Persönlichkeiten, die auch mal sagten: «Jetzt ist Schluss».

Ihren Einfluss ausweiten will Europas größte Einzelgewerkschaft mit ihren gut 2,26 Millionen Mitgliedern (Stand Ende 2012) durch eine Offensive im Handwerk. «Der Fünf-Mann-Betrieb ist für uns kaum erreichbar. Wo aber größere Einheiten im Handwerk entstehen, da klopfen wir kräftig an die Tür. Die IG Metall muss stärker als bisher den Fokus auf binnenmarktorientierte Branchen legen», sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel der «Wirtschaftswoche». Regional sollen Kontakte zur Belegschaft expandierender Betriebe geknüpft werden.

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750 000 Euro stellt die IG Metall nach «Wirtschaftswoche»-Informationen bereit, um mit einer Unternehmensberatung Fortbildungsangebote für Betriebsräte im Handwerk anzubieten. Auch den Kontakt zu Berufsschulen wollen die Gewerkschafter demnach ausbauen, um die etwa 220 000 Auszubildenden im Metallhandwerk für sich zu gewinnen.

Huber betonte in der «SZ»: «Wir brauchen Leute, die die Werte der Arbeitnehmer in den Kontrollgremien vertreten.» Auch auf Seiten der Arbeitnehmervertreter könne nach gravierenden Fehlern nicht alles bleiben, wie es war, «auch wenn als letzte Konsequenz mal einer gehen muss». Die «SZ» weist darauf hin, dass die IG Metall in deutschen Aufsichtsräten 1326 Arbeitnehmervertreter stellt.

Für Aufregung hatte im Januar der Fall ThyssenKrupp gesorgt: IG-Metall-Vorstandsmitglied und -Hauptkassierer Bertin Eichler hatte eingeräumt, dass er als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Stahlriesen auf Konzernkosten dienstlich in der Ersten Klasse nach China, Thailand, in die USA und nach Kuba geflogen war. Eichler kündigte an, die Differenz zwischen den Kosten der meist von Geschäftsreisenden benutzten Business-Klasse und der Ersten Klasse zu erstatten. Zudem will er sich zur Hauptversammlung im Jahr 2014 aus dem Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat zurückziehen. (dpa)

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