Donnerstag, 23. Oktober 2014

24. Oktober 2012 15:18 Uhr

Pharmabranche

Israelischer Pharmariese Teva stärkt Ratiopharm in Ulm

Pharmakonzern Teva investiert am Standort. 2011 wurden am deutschen Teva-Hauptsitz insgesamt 370 Millionen Packungen Arzneimittel produziert.

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Pharmakonzern Teva investiert am Standort. 2011 wurden am deutschen Teva-Hauptsitz insgesamt 370 Millionen Packungen Arzneimittel produziert.
Foto: Oliver Helmstädter

Die Skepsis war groß, als der israelische Pharmariese Teva vor drei Jahren Ratiopharm, den Ulmer Hersteller von patentfreien Medikamenten, übernahm. Heute sieht das anders aus: Geschäftsführer Sven Dethlefs präsentierte Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner nun einen Standort, der offenbar seinen Platz im weltweit operierenden Konzern gefunden hat – und zugleich breiter aufgestellt ist als jede andere Niederlassung des Konzerns mit weltweit 35.000 Beschäftigten.

In Ulm arbeiten etwa 2500 Mitarbeiter

In Ulm und dem nahen Weiler arbeiten 2500 Mitarbeitern in Verwaltung, Forschung und Produktion. Fast zehn Milliarden Tabletten und insgesamt 370 Millionen Packungen Arzneimittel seien im vergangenen Jahr am deutschen Teva-Hauptsitz produziert worden – deutlich mehr, als der Investor vor der Übernahme des einstigen Kernstücks des Merckle-Imperiums erwartet hatte.

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Derzeit arbeitet der Konzern an einer neuen Markenstrategie: Den Namen Teva sollen künftig innovative Neuentwicklungen tragen, Ratiopharm stehe für nachgeahmte Medikamente und die Marke Abz für den besonders preiswerten Bereich.

Biopharmazeutischen Arzneimitteln gehören nach Auffassung von Dethlefs die Zukunft, allerdings zählten sie in der Herstellung auch zu den teuersten Arzneimitteln. Gleiches gelte für patentfreie Folgeprodukte, auf die sich Ratiopharm spezialisiert hat. Ohne den finanzstarken Partner Teva hätte Ratiopharm nach Überzeugung von Dethlefs Mühe, die notwendigen Investitionen zu schultern.

30 Millionen Euro für eine neue Produktionsanlage in Weiler

Insgesamt 39 Millionen Euro investiert Teva im laufenden Jahr in den Standort. Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner bekam gestern den jüngsten Baustein davon präsentiert: „Bec 500“, eine neue Verpackungsanlage für 1,5 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Summen, die derzeit im Werk Weiler verbaut werden, ist das allerdings eine Kleinigkeit. Im Heimatort des Ratiopharm-Gründers Adolf Merckle steht bereits der Rohbau für drei neue Produktionslinien für Nasensprays, in die insgesamt 30 Millionen Euro gesteckt werden.

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Ulm | Ivo Gönner | Adolf Merckle

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