Damit korrigierte das Statistische Bundesamt nun die vorläufige Angabe von Anfang Februar um 0,1 Prozentpunkte nach oben. Durchschnittlich stieg das Einkommen eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers 2011 um 3,4 Prozent, in der gleichen Zeit schnellten die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent nach oben. Das Ergebnis: Die Kaufkraft erhöhte sich um lediglich 1,1 Prozent. Zum Vergleich: 2010 lag das Plus bei 1,5 Prozent.
Ursächlich für den Anstieg des Bruttoeinkommens waren zwei Effekte: Zum einen wurden deutlich höhere Sonderzahlungen ausgeschüttet, zum anderen wurden den Arbeitnehmern mehr Stunden bezahlt – eine Folge von weniger Kurzarbeit. So konnten die Reallöhne insgesamt gesteigert werden. Ohne die Sonderzahlungen wäre ein Ausgleichen der Inflation allerdings nicht möglich gewesen.
Im vierten Quartal 2011 hingegen gab es gegenüber dem Vorjahr keinen Zuwachs bei den Reallöhnen. Die 2,3 Prozent mehr bei den Gehältern wurden von den um ebenfalls 2,3 Prozent gestiegenen Preisen komplett nivelliert. Sichtbar ist die negative Entwicklung im letzten Quartal vor allem im Bereich Erziehung und Unterricht. Dort konnte ein Gehaltszuwachs von 0,6 Prozent die Inflation nicht ausgleichen, ebenso wenig bei den Beschäftigten in der Öffentlichen Verwaltung (zwei Prozent Lohnerhöhung).
Ganz anders hingegen sieht es im Verarbeitenden Gewerbe aus: Um 5,1 Prozent stiegen dort die Löhne. Vor allem die Automobilbranche (8,3 Prozent) und der Maschinenbau (6,1 Prozent) trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Aber auch die Angestellten im Baugewerbe (3,8 Prozent) und im Bereich Banken und Versicherungen (3,2 Prozent) konnten sich über gestiegene Gehälter freuen. Letztere erzielten mit 62823 Euro im Übrigen das höchste Durchschnittseinkommen. Am schlechtesten wurden Beschäftigte im Gastgewerbe (24544) entlohnt. Im Schnitt lag das Jahresgehalt deutschlandweit bei 43929 Euro.