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10. April 2008 19:30 Uhr

Müller schlägt zurück

Molkerei umwirbt die Milchbauern jetzt einzeln

Mit einer symbolischen "Beerdigung der Fairness" hatten vor zehn Tagen mehr als 2500 Bauern gegen Müller-Milch protestiert. Am Mittwoch schlug das Unternehmen mit einer geschlossenen Veranstaltung in der voll besetzten Fischacher Staudenhalle zurück.

Die Milchbauern bangen um ihr Geld.

Von Manuela Mayr

Fischach/München - Mit einer symbolischen "Beerdigung der Fairness" hatten vor zehn Tagen mehr als 2500 Bauern gegen Müller-Milch protestiert. Am Mittwochabend schlug das Unternehmen mit einer geschlossenen Informationsveranstaltung in der voll besetzten Fischacher Staudenhalle zurück.

Persönlich eingeladen waren dazu rund 800 Zuhörer, davon laut Molkerei 360 Landwirte. Keine Einladung bekamen dagegen die Vorstände und Beiräte der rebellischen Milcherzeugergemeinschaften (MeG).

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Den nicht zur Versammlung zugelassenen Funktionären warfen Theo Müller jun. und Milcheinkäufer Theo Mayr vor, "gegen die Interessen der Mitglieder" gehandelt zu haben. Sie appellierten an diese, ihre Mitglieder "für Einzelverträge mit der Molkerei freizugeben".

Die MeG, die kompromisslos Halbjahresverträge gefordert habe, "mit allen finanziellen Vorzügen, die sonst nur bei mehrjährigen Verträgen üblich" seien, komme allerdings als Vertragspartner nicht mehr infrage. "Weit über 30 unterschriebene Einzelverträge" lägen inzwischen schon vor, so die Molkerei in einer Pressemitteilung.

Der Bauernverband, der hinter den Erzeugergemeinschaften steht, warf Müller-Milch vor, "einen Keil zwischen die Vorstände und die Mitglieder" der MeGs treiben zu wollen und zitierte einen Zeitungskommentar, in dem von "frühkapitalistischen Methoden" Müllers die Rede war.

Reinhold Mayer, der Vorsitzende der MeG Augsburg-West, will seinen Mitgliedern heute Abend einen neuen Milcheinkäufer vorstellen. Das Müller-Angebot, den Milchpreis an einem Durchschnittspreis zu orientieren, zeige, wo die Reise für die bei Müller verbliebenen Lieferanten hingehe.

Einen Fünfjahresvertrag mit der Mertinger Molkerei Zott hat die Milchliefergenossenschaft Aichach abgeschlossen. Zugesichert sei ihr über die gesamte Vertragslaufzeit ein "überdurchschnittlicher Preis", so die Molkerei Zott. Grundlage ist auch in diesem Fall der von der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle ermittelte Vergleichspreis der Molkereien der Region Allgäu, bei dem die Milchlieferanten kein Mitspracherecht haben.

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