Wetter
Di.
21°C
Wetter
Mi.
22°C

03. Februar 2012 14:37 Uhr

Lebensmittelskandal

Müller-Brot seit Jahren unter Verdacht

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit wusste schon 2009 von Hygienemängeln in der Großbäckerei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Monaten gegen das Unternehmen. Von Uli Bachmeier und Daniela Hungbaur

Eine Filiale der Bäckereikette Müller-Brot in München. Wegen Hygieneproblemen musste die Bäckereikette ihre Produktion vorübergehend einstellen.
Foto: dpa

Die Hygienemängel der zwangsgeschlossenen Großbäckerei Müller sind offensichtlich seit Jahren den Behörden bekannt: Der Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, räumte am Freitag ein, dass der Betrieb im bayerischen Neufahrn erstmals am 9. Juli 2009 von einer Spezialeinheit seines Amtes kontrolliert worden sei. Bei den Schädlingen, die zu den verunreinigten Anlagen geführt haben, handele es sich um Mäuse. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten gegen das Unternehmen.

Produktionsstopp wegen "mangelhafter Grundhygiene"

Wie Oberstaatsanwalt Markus Kring bestätigte, informierte das Landratsamt Freising die Landshuter Justiz bereits am 10. Mai vergangenen Jahres über die unsauberen Zustände bei Müller-Brot. Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefahr für den Verbraucher bestanden habe. Auch sei der Vorgang nach Auffassung des Ministeriums ein Beleg dafür, dass die Kontrollen im Freistaat funktionieren. Der Betrieb sei den Auflagen zur Hygiene auch immer wieder nachgekommen. Als aber bei Kontrollen im Januar dieses Jahres flächendeckende Probleme bei der Grundhygiene  festgestellt wurden, habe dies zum sofortigen Produktionsstopp geführt.

ANZEIGE

Von einem „Lebensmittelskandal“ sprechen dagegen Sabine Dittmar und Horst Arnold, die in der SPD-Landtagsfraktion für den Verbraucherschutz zuständig sind. Der Hinweis des Leiters des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kurz LGL, dass den Behörden die Defizite und Mängel bei Müller-Brot offenbar seit Jahren bekannt waren, müsse aufhorchen lassen. „Das schreit geradezu nach Aufklärung“, sagte Dittmar. Die SPD-Politiker wollen vor allem auch wissen, „ob das Landratsamt Freising möglicherweise für Verzögerungen bei der Aufklärung mitverantwortlich ist“. Sie erinnern daran, dass sie seit Jahren fordern, die Lebensmittelüberwachung in Bayern personell besser aufzustellen und sie direkt dem Ministerium zu unterstellen.

Gewerkschaft befürchtet das Schlimmste für die Mitarbeiter

Mustafa Öz von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) befürchtet für die rund 1100 Mitarbeiter das Schlimmste. „In der Belegschaft herrschen große Angst, Verunsicherung, aber auch Wut“, sagte Öz. Ein massiver Stellenabbau wäre gerade für die Beschäftigten von Müller-Brot schmerzhaft, da sie laut Öz seit rund acht Jahren auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet hätten, um das Unternehmen und damit ihre Arbeitsplätze zu sichern. Für Öz ist es unerklärlich, warum die Geschäftsführung die wiederholt beanstandeten Hygienemängel nicht ernst genug genommen hat. In der Branche wisse doch jeder, dass die Hygiene die Achillesferse der gesamten Lebensmittelindustrie ist.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren




Die Sparkassen informieren
Mercedes-Benz Augsburg

Aktuelle Börsenkurse


Meistgesucht

Feuerwehr | Augsburg | Fasching | unfall | Au | tsv | ramadan | Oettingen | kamm


Wirtschaftsschaufenster