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06. Mai 2009 21:25 Uhr

Neue Spekulationen über riesige US-Kapitallücken

New York/Washington (dpa) - Einen Tag vor Veröffentlichung der Ergebnisse der Belastungstests für 19 führende US-Banken sind neue Spekulationen über immer größere Kapitallücken bekanntgeworden.

Neue Spekulationen über riesige US-Kapitallücken
Foto: DPA

So brauche der Branchenriese Bank of America frische Finanzspritzen über rund 35 Milliarden Dollar (26,3 Mrd Euro), berichtete das «Wall Street Journal» am Mittwoch. Zuvor war von einem Kapitalbedarf von nur zehn Milliarden Dollar die Rede gewesen.

Die Wirtschaftsagentur Bloomberg meldete unterdessen, dass die Großbank Wells Fargo 15 Milliarden Dollar an frischem Geld benötige. Die Resultate des «Stress-Tests» der US-Notenbank sollen offiziell an diesem Donnerstag nach US-Börsenschluss (22.00 Uhr MESZ) vorgelegt werden. Dagegen bräuchten unter anderem J.P. Morgan, die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs sowie der Kreditkartenkonzern American Express laut Bloomberg kein frisches Geld. Auch von Goldman Sachs werde keine Kapitalerhöhung gefordert.

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Die US-Regierung hat die Bank of America bereits mit rund 45 Milliarden Dollar gestützt, unter anderem um die gigantischen Verluste bei der übernommenen Investmentbank Merrill Lynch aufzufangen. Laut «Wall Street Journal» könnte das Institut Probleme haben, den voraussichtlichen Kapitalbedarf durch Verkäufe von Vermögenswerten oder Aktienausgaben zu finanzieren. Als Weg bliebe, vom Staat erworbene Vorzugs- in Stammaktien umzuwandeln, um die Kapitalbasis zu stärken. Dadurch würde allerdings die Regierung in Washington zu einem der größten Anteilseigner der Bank.

Der Chef der Bank of America, Kenneth Lewis, steht derweil unter immer größerem Druck. Nach massiver Aktionärskritik musste er vergangene Woche bereits eines seiner beiden Spitzenämter abgeben.

US-Medien zufolge benötigen rund zehn der 19 geprüften US-Banken nach dem staatlichen Branchen-Belastungstest frische Finanzspritzen. Darunter ist auch die Citigroup, die nach einem Bericht der «New York Times» vom Mittwoch zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar zusätzliches Kapital benötigt. Die Bank habe bereits mit dem Finanzministerium vereinbart, einen Teil der Vorzugsaktien in Staatshand in Stammaktien umzuwandeln.

Banken mit zu wenig Kapital sollen sechs Monate Zeit bekommen, um sich am Markt oder vom Staat frisches Geld zu beschaffen. Möglich ist aber auch der Verkauf von Unternehmensteilen oder die Stärkung der Kapitalbasis durch eine Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien. Die untersuchten Banken haben alle eine Bilanzsumme von mehr als 100 Milliarden Dollar. Bei dem Stress-Test wurden die Geldinstitute in Rechenmodellen verschiedenen wirtschaftlichen Szenarien ausgesetzt, die laut Kritikern allerdings nicht harsch genug ausfielen.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte sich am Dienstag vor dem Kongress zuversichtlich gezeigt, dass «viele» der untersuchten Banken ihre Kapitalbedürfnisse an den Märkten und ohne zusätzliche Staatsgelder decken können. Der US-Regierung gehen allmählich die Reserven aus: Von dem ursprünglich 700 Milliarden Dollar schweren staatlichen Rettungspaket für den Finanzsektor (TARP) sind inzwischen nur noch 110 Milliarden Dollar übrig.

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