Sonntag, 19. Mai 2013

19. Mai 2011 09:32 Uhr

Autos

Neues Cabrio: Ein Platz an der Sonne im VW Golf

Die vierte Generation des VW Golf Cabrio aus Wolfsburg kommt ohne Überrollbügel daher.

Die Open-Air-Saison startet bei VW bügelfrei. Der Autobauer hat diesmal beim Golf auf den «Henkel» verzichtet. (Bild: VW) dpa

Motorjournalisten können grausam kreativ sein, wenn das Design eines neuen Automobils ihren Geschmack verfehlt. So bescheinigte die Presse beispielsweise einer Vorgängerversion des BMW 7ers, das Heck erinnere an einen „Wickeltisch“. Dem frühen Fiat Multipla unterstellte man die Anmutung eines „Baby-Wals“.

Das Golf Cabriolet kam da noch gut weg: Dank des Überrollbügels hinter den Vordersitzen hatte das Auto schnell den Kosenamen „Erdbeerkörbchen“ weg. Die Journalisten werden sich etwas Neues einfallen lassen müssen, denn mit der vierten Generation des offenen Klassikers (bereits bestellbar, ab Mitte Juni beim Händler) ist der charakteristische „Henkel“ hinter den Vordersitzen verschwunden. Sicherheit versprechen jetzt ein verstärkter Frontscheibenrahmen und ein im Ernstfall binnen Sekundenbruchteilen hochschnellender Überschlagschutz.

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Der Abschied von der Erdbeerkörbchen-Optik steht dem jüngsten Golf gut zu Gesicht. Im offenen Zustand wirkt das Auto wie aus einem Guss; bei geschlossenem Stoffverdeck zeichnet sich ein winziger Buckel ab, welcher der Kopffreiheit der Fondinsassen geschuldet ist.

Diesen kleinen Schönheitsfehler sollte man aber gerne in Kauf nehmen, erweist sich der kompakte Golf doch als fast vollwertiges Viersitzer-Cabrio. Weiteres Plus in der Praxis-Wertung: Der Kofferraum von 250 Litern ist selbst im Oben-ohne-Betrieb des Wagens uneingeschränkt nutzbar; erstmals kann im Cabrio zudem die Rückbank geteilt umgeklappt werden, was den Stauraum nochmals vergrößert.

Auch im neuesten Sprössling der ungemein erfolgreichen Golf-Familie haben die Konstrukteure also nichts falsch gemacht. Das in nur neun Sekunden elektrisch öffnende und schließende Softtop (Serie in allen Modellvarianten) hat sogar das Zeug zum Musterschüler.

Was Ausstattung und Motorisierung betrifft, haben die Entwickler auf das bewährte Sortiment der Baureihe zurückgegriffen. Sechs Turbo-Direkteinspritzer, darunter zwei Diesel, stehen zur Verfügung. Zum Marktstart gibt es vorerst den 1.2 TSI mit 105 PS (ab günstigen 23 625 Euro), den 1.4 TSI mit 160 PS (ab 26 075 Euro) und einen Selbstzünder mit 105 PS (ab 25 775 Euro). Unser Favorit während erster Testfahrten war der 1.4er (Daten siehe Kasten). Er verleiht dem offenen Auto ein bisschen Spritzigkeit, ohne über den Durst zu trinken. Die Diesel-Versionen mögen ökologisch interessant sein, zum Cabrio passen die leichteren und kultivierter laufenden Benziner aber etwas besser. Ein Sportler wird aus dem gemütlichen Cruiser so oder so kaum.

Übrigens: Den Start des Spaß-Golfs bewirbt keine Geringere als Sängerin Kylie Minogue. Sie nimmt fröhlich am Steuer Platz, auf dem Beifahrersitz steht –  was wohl? – ein Erdbeerkörbchen.

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Schlagworte

Auto | Golf | Volkswagen

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Tobias Schaumann

Augsburger Allgemeine
Ressort: Crossmedia



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