Samstag, 25. Oktober 2014

09. November 2012 17:07 Uhr

OECD

OECD-Studie: China und Indien hängen Rest der Welt ab

China und Indien werden nach einer OECD-Studie in den kommenden Jahrzehnten zu den Top-Industrienationen der Welt aufrücken. Alte Wirtschaftsriesen wie die USA und Deutschland verlieren dagegen dramatisch an Bedeutung.

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Indien und China holen wirtschaftlich mächtig auf. Lastwagen der neuen Daimler-Marke Bharat-Benz drehen ihre Runden auf dem Testgelände der indischen Daimler-Tochter in Oragadam nahe Chennai. Foto: Heiko Lossie dpa

Den OECD-Ökonomen zufolge wird Deutschland bis 2060 nur noch die Nummer zehn der wichtigsten Volkswirtschaften sein - heute zählt die Bundesrepublik zu den Top fünf. Die über ein Jahrhundert dominierenden USA werden schon in vier Jahren von China als größte Wirtschaftsmacht abgelöst, um später dann auch noch von Indien überholt zu werden.

Bis 2060 soll der Anteil der Chinas und Indiens am weltweiten Bruttoinlandsprodukt von zusammen 24 Prozent (2011) auf 46 Prozent steigen. Das prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in der am Freitag in Paris veröffentlichten Studie.

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Die OECD arbeitet allerdings mit bereinigten Daten, die sozusagen künstlich eine gleiche Kaufkraft der Währung unterstellen. Denn in Wirklichkeit kann man in vielen Ländern für dasselbe Geld unterschiedlich viele Güter und Dienstleistungen kaufen. So soll die wirkliche Leistungsfähigkeit vergleichbarer werden. Nach dieser Lesart ist Indien heute die viertgrößte Volkswirtschaft und hat Deutschland auf Platz fünf verdrängt. Nach unbereinigten Daten liegt Deutschland dagegen noch auf Platz vier und Indien auf Platz zehn.

Der Anteil der 34 OECD-Länder an der industriellen Produktion wird danach von 65 auf 43 Prozent fallen. «Die Welt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden, wird sich von unserer heutigen Welt fundamental unterscheiden», kommentierte OECD-Generalsekretär Angel Gurría den Bericht.

Der Bedeutungsverlust der bisherigen Top-Ökonomien trifft auch die Euroländer. Ihr Anteil an der Wirtschaftskraft wird nach der Prognose von aktuell 17 Prozent auf gerade noch 9 Prozent in 2060 fallen.

Einer der Gründe für die Entwicklung ist laut OECD die rasche Bevölkerungsalterung in aktuell wichtigen Industrieländern. Junge Länder wie Brasilien oder Indonesien können so aufholen. Innerhalb Europas sieht die OECD deswegen drohende Bedeutungsverluste vor allem für Deutschland, Luxemburg und Österreich.

Beim weltweiten Wirtschaftswachstum geht die Studie im Schnitt von jährlich 2,9 Prozent aus. Auch hier liegen die asiatischen Riesen Indien (plus 5,1) und China (4,0) deutlich vor Industriestaaten wie den USA (2,1), Frankreich (1,6) oder Deutschland (1,1). (dpa)

OECD-Report Kurzfassung (engl.)

Internetseite zu OECD-Studie

OECD-Video zur Wachstumsanalyse (engl.)

Ranking der Volkswirtschaften

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