Montag, 20. Mai 2013

12. Mai 2012 15:11 Uhr

Nach Milliardenverlust bei US-Großbank

Ratingagentur stuft Kreditwürdigkeit von JPMorgan herab

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit der US-Großbank JPMorgan Chase herabgesetzt. Die Bank hatte durch Fehlspekulationen zwei Milliarden Dollar verloren.

Die Investmentabteilung der US-Großbank JPMorgan hat innerhalb sechs Wochen zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt.
Foto: dpa

Fitch senkte die Kreditwürdigkeit des Instituts am  Freitag um eine Stufe von «AA-» auf «A+», während die Agentur Standard & Poor's ihre Bewertung zwar beibehielt, aber den Ausblick senkte. Auch gab es Spekulationen über Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC in dem Fall.

Nach Angaben von Fitch ist der Verlust der Bank zwar handhabbar,  gibt aber trotzdem Anlass zur Sorge um deren Stabilität. Zudem  stellte die Agentur, die den Ausblick für das Institut ebenso wie  Standard & Poor's senkte, das Risikomanagement der Bank in Frage. Eine weitere Herabstufung der Bonität sei möglich, warnte Fitch.  Standard & Poor's monierte, der Verlust stehe im Widerspruch zu den  Vorschriften zur Risikovorsorge bei JPMorgan Chase.

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Zwei Milliarden in sechs Wochen verspielt

Das Bankhaus hatte den binnen sechs Wochen eingefahrenen Verlust  am Donnerstag zugeben müssen. Grund waren Fehlspekulationen der Investmentabteilung mit Kreditausfallversicherungen. Solche  Versicherungen standen auch im Mittelpunkt der Finanzkrise des Jahres 2008. Durch diese war JPMorgan Chase ohne staatliche Hilfe gekommen. Für den nun eingefahrenen Verlust soll angeblich ein französischer Händler in London der Hauptverantwortliche sein.

"Unerhörte Fehler" der Investmentabteilung

Bankchef Jamie Dimon führte den Verlust am Donnerstag auf eigenes Verschulden des Instituts zurück. Demnach machte die Investmentabteilung «unerhörte Fehler». «Das ist nicht die Art und Weise, wie wir unser Geschäft betreiben wollen», sagte Dimon. Der Bankchef gehört zu den schärfsten Kritikern von Plänen der  US-Regierung, den Eigenhandel der Banken mit  Kreditausfallversicherungen stark einzuschränken.

Börsenaufsicht soll eingeschaltet werden

Der demokratische US-Senator Carl Levin, der die Bankenregulierung  zusammen mit dem früheren Notenbankchef Paul Volcker ausgearbeitet hatte, forderte nun eine Befassung der US-Börsenaufsicht SEC mit  dem Fall. Diese schaltete sich nach Angaben der US-Tageszeitung «New York Times» bereits ein. Das «Wall Street Journal berichtete,  die Bank habe bereits im April und Mai mehrere Tage in Folge  Verluste von bis zu 200 Millionen Euro täglich eingefahren.

Der Fall ähnelt den spektakulären Verlusten, die einzelne Händler  bei anderen Großbanken verursacht haben sollen. Jérôme Kerviel war im Oktober 2010 zu fünf Jahren Haft und einer Rekordgeldstrafe von 4,9 Milliarden Euro verurteilt worden - der Summe, die Société Générale durch seine riskanten Spekulationen verloren hatte. Kweku Adoboli ist in London angeklagt, weil er der UBS mit Fehlspekulationen einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro beschert  haben soll.

Aktie verliert an Wert

Die Aktie von JPMorgan Chase verlor an der New Yorker Börse am  Freitag 9,3 Prozent an Wert. Sie schloss bei 36,96 Dollar. Der Wert der Bank verringerte sich damit um etwa 14 Milliarden Dollar. Das Institut hatte im vergangenen Monat einen Gewinn von 5,38  Milliarden Dollar für das erste Quartal ausgewiesen. Das waren zwar drei Prozent weniger als im Vorjahresquartal, aber mehr als erwartet. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf knapp 27 Milliarden Dollar. afp

Kommentar: 48 Zeilen Fatalismus

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Schlagworte

Fitch | JPMorgan | Standard & Poors



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