Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich am Freitag zusammen mit ihren italienischen und griechischen Kollegen «zuversichtlich», dass beim Eurogruppen-Treffen am Montag eine Einigung erzielt wird, wie die Regierung in Rom mitteilte. Berichte über einen Streit zwischen ihr und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies die Bundesregierung zurück.
»Wir kommen einer soliden Entscheidungsgrundlage für den Montag immer näher», sagte in Berlin der Sprecher des Finanzministeriums, Martin Kotthaus. Derzeit werde fieberhaft an Details gearbeitet, diese Arbeit werde bis Sonntagabend weitergehen. «Ich gehe davon aus, dass wir erst am Montag einen wirklichen Überblick haben», sagte Kotthaus. «Deswegen ist es momentan zu früh zu sagen, wie die Entscheidung aussehen wird.»
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Ringen um Griechenland steuert offenbar auf Entscheidung zu
Die Finanzminister der Eurogruppe beraten am Montag über das neue Hilfsprogramm und den Schuldenschnitt für das hochverschuldete Griechenland. Sie sollen prüfen, ob die Voraussetzungen für ein neues Hilfsprogramm über 130 Milliarden Euro gegeben sind. Außerdem soll es zusätzlich zum EU-Gipfel am 1. und 2. März am 2. März ein Gipfeltreffen der 17 Euro-Staaten geben. Nach Angaben aus Rom zeigten sich Merkel, Italiens Ministerpräsident Mario Monti und der griechische Regierungschef Lucas Papademos bei einer Telefonkonferenz «zuversichtlich», dass am Montag eine Einigung zu Griechenland erzielt wird.
Allerdings berichtete der «Spiegel» vorab aus seiner neuen Ausgabe, dass sich die Mehrheit der Euro-Finanzminister inzwischen auf ein Scheitern der Griechenland-Rettung eingestellt hat. Das Magazin zitierte einen Regierungsinsider aus Berlin, wonach am Montag auch die Weichen für eine Pleite Griechenlands mit anschließendem Euro-Austritt gestellt werden könnten.
Der französische Regierungschef François Fillon wies seinerseits Spekulationen über eine Staatspleite Griechenlands als «völlig unverantwortlich» zurück. Diese Möglichkeit werde in Deutschland, Finnland und den Niederlanden erwogen. Doch die Europäer müssten nun ihre Verpflichtungen einhalten. Das sehe auch Merkel so, «auch wenn man manchmal in Deutschland, in der deutschen Regierung, andere Stimmen hört», fügte Fillon hinzu.
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Seit fast 13 Jahren gibt es den Euro, seit knapp 10 Jahren auch im Portemonnaie. In Deutschland hatte der Euro vom Start weg bei den Menschen einen schwierigen Stand, rasch machte das Wort «Teuro» die Runde. Die wichtigsten Etappen auf dem bisherigen Weg zum Euro als EU-Gemeinschaftswährung:
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1. Juli 1987: Das Ziel Währungsunion wird im EG-Vertrag verankert.
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7. Februar 1992: Unterzeichnung des EU-Vertrages von Maastricht, der die Währungsunion bis 1999 vorsieht und Beitrittskriterien festlegt.
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1. November 1993: Ratifizierung des Maastricht-Vertrages. Aus den Europäischen Gemeinschaften (EG) wird die Europäische Union (EU).
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Dezember 1995: Als Einheiten der neuen Währung werden Euro und Cent festgelegt.
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16./17. Juni 1997: Verabschiedung des Stabilitäts- und Wachstumspakts in Amsterdam. Einigung auf die «europäische Seite» für die Münzen.
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25. März 1998: Die EU-Kommission und das Europäische Währungsinstitut (EWI), Vorläufer der Europäischen Zentralbank (EZB) empfehlen elf Länder für den Start der Währungsunion. Außen vor bleiben aus freien Stücken Großbritannien, Dänemark, Schweden sowie Griechenland, das die Kriterien noch nicht erfüllt.
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1. bis 3. Mai 1998: Ein Sondergipfel der EU-Gremien gibt in Brüssel grünes Licht für den Euro. Die Staats- und Regierungschefs bestimmen den 1. Januar 1999 als Start der Währungsunion.
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31. Dezember 1998: Die Wirtschafts- und Finanzminister der EU legen den Umrechnungskurs des Euro zu den elf Teilnehmerwährungen endgültig fest. Danach ist ein Euro 1,95583 D-Mark wert.
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1. Januar 1999: Der Euro wird gemeinsame Währung der elf Länder. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte nationale Geld bleibt noch das allein gültige Zahlungsmittel.
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4. Januar 1999: Die Finanzmärkte nehmen den Handel mit Euro auf.
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Juli 1999: Die Herstellung des neuen Bargelds läuft an.
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1. Januar 2001: Griechenland wird nach Erfüllung der Beitrittskriterien zwölftes Euroland-Mitglied - allerdings mit frisierten Haushaltszahlen, wie sich später herausstellt.
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1. September 2001: Beginn der Ausgabe von Noten und Münzen an Banken und Handel.
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1. Januar 2002: Der Euro wird gesetzliches Zahlungsmittel.
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1. März 2002: Die D-Mark verliert ihre Gültigkeit, kann aber weiterhin gegen Euro eingetauscht werden.
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1. Mai 2004: Zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum werden neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen.
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1. Januar 2007: Als erster der neuen EU-Staaten wird Slowenien 13. Mitgliedsland der Euro-Zone. Ein Beitrittsgesuch Litauens wird hingegen von der EU-Kommission wegen überhöhter Inflation abgelehnt.
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1. Januar 2008: Malta und die Republik Zypern führen den Euro ein.
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1. Januar 2009: Die Slowakei führt den Euro ein.
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Frühjahr 2010: Griechenland kommt in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euroland Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, die sich trotz neuer Milliarden-Hilfspakete auch für Irland und Portugal bis Ende 2011 dramatisch verschärft.
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1. Januar 2011: Zum Auftakt des schlimmsten Krisenjahres führt Estland den Euro ein - als erste frühere Sowjetrepublik. Damit leben gut 330 Millionen Menschen im Euro-Raum mit 17 Mitgliedsländern.
Merkel «zuversichtlich» für Eurogruppen-Einigung am Montag
Damit reagierte er unter anderem wohl auf eine Aussage Schäubles, der am Mittwoch gesagt hatte: «Wir können helfen, aber wir können nicht in ein Fass ohne Boden schütten.» Der griechische Präsident Karolos Papoulias hatte sich am Donnerstag dagegen zur Wehr gesetzt. «Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland verhöhnt? «, fragte das 82-jährige Staatsoberhaupt.

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Januar: Das Jahr 2011 beginnt gut - zumindest für die deutsche Wirtschaft. Sie wächst im Januar fleißig - entgegen aller schlechten Prognosen.
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Februar: Die Krise schlägt trotz der guten wirtschaftlichen Lage in den bundesdeutschen Haushalt durch. Erstmals seit fünf Jahren bricht Deutschland den europäischen Stabilitätspakt. In Griechenland sorgt ein Generalstreik gegen die Sparmaßnahmen für starke Behinderungen im öffentlichen Leben.
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März: Bei einem der vielen Gipfel im Jahr 2011 wird am 11. März der "Pakt für den Euro" beschlossen. Außerdem wird kurze Zeit später der 700 Milliarden schwere Rettungsschirm festgezurrt. In Portugal tritt unterdessen im Angesicht der Krise Regierungschef Socrates (Foto) zurück.
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Der «Süddeutschen Zeitung» zufolge tendiert Schäuble nach Angaben aus Koalitionskreisen zu einer Lösung, bei der sich Athen förmlich für insolvent erklärt. Damit liege er im Dissens mit Merkel, die diesen Schritt für zu riskant halte.
Regierungssprecher Steffen Seibert betonte mit Blick auf derartige Berichte: «Die Bundeskanzlerin und der Bundesfinanzminister ziehen an einem Strang, sie verfolgen das gleiche Ziel, und dieses Ziel heißt, Griechenland auf den einen Weg der Stabilität und der Wettbewerbsfähigkeit zurückzuhelfen und damit die Eurozone als Ganzes zu sichern.» Einer ARD-Umfrage zufolge befürwortet nahezu die Hälfte der Bundesbürger weiterhin Hilfsmaßnahmen der anderen Euro-Staaten für Griechenland. AZ/afp
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