Ungeziefer und Schmutz haben bei der Großbäckerei Müller-Brot zu einem Produktionsstopp geführt. Doch wie funktioniert eigentlich die Lebensmittelkontrolle?
Drastische Hygienemängel haben bei der Großbäckerei Müller-Brot für einen Produktionsstopp gesorgt. Anlass nachzufragen, wie die Lebensmittelkontrolle funktioniert. Franz Seitz, Leiter des Bereichs Sicherheit und Ordnung beim Landratsamt Augsburg, klärt auf.
Viele Menschen sorgen sich nach dem Fall Müller-Brot um die Sicherheit ihrer Lebensmittel. Wie oft werden Lebensmittelbetriebe kontrolliert?
Seitz: Je nach Betriebsart und Risikobewertung werden amtliche Kontrollen in Abständen von drei Monaten und drei Jahren durchgeführt. Bei konkreten Anlässen wie akuten Hygienemängeln auch häufiger.
Welche Kriterien spielen bei der Kontrolle eine Rolle?
Seitz: Die Lebensmittelkontrolleure prüfen den baulichen Zustand der Betriebsräume. Zudem wird kontrolliert, ob die Hygieneanforderungen, wie etwa das Tragen von Schutzkleidung, eingehalten werden. Wir schauen uns auch an, wie die Lebensmittel gelagert werden, und kontrollieren natürlich, ob es Schädlinge gibt.
Im Fall Müller-Brot ist von „mangelnder Grundhygiene“ die Rede. Was muss sich der Konsument darunter vorstellen?
Seitz: Konkret bedeutet das, dass nur unzureichend gereinigt wurde und die Mindestanforderungen an die Hygiene nicht eingehalten wurden. Oft summieren sich einzelne Mängel zu einem negativen Gesamtbild. Ob das im Fall Müller-Brot zutrifft, weiß ich aber nicht.
Was muss passieren, damit die ganze Produktion stillgelegt wird?
Seitz: Das ist der Fall, wenn die Herstellung von sicheren Lebensmitteln nicht gewährleistet ist oder Gesundheitsgefährdungen nicht ausgeschlossen werden können. Bei akuten Mängeln muss der Betrieb sofort eine Grundreinigung durchführen.
Wie oft kommt es vor, dass Betriebe geschlossen werden müssen?
Seitz: Es ist selten so dramatisch: In nur weniger als einem Prozent der Kontrollen müssen wir einen Betrieb schließen.
Das Interview führte Stephanie Sartor
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