Der japanische Computerkonzern Fujitsu Technolgy Solutions will in der Münchner Zentrale Stellen streichen. In den Augsburger Standort soll aber weiter investiert werden.
Der Computerkonzern Fujitsu Technolgy Solutions (FTS) plant in der Münchner Zentrale Stellen zu streichen. «Wir müssen auf der Verwaltungsseite schlanker werden», sagte Vorstandschef Rolf Schwirz am Montag. Andererseits habe der japanische Mutterkonzern Fujitsu sein globales Server-Geschäft bei FTS in Deutschland angesiedelt und baue das hochmoderne Computer-Werk in Augsburg weiter aus: «Die einzige Fabrik in Europa, die noch Computer herstellt, vom Notebook bis zum Server», sagte Schwirz.
Die aus dem Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens hervorgegangene FTS beschäftigt in Deutschland 6000 Mitarbeiter - davon allein 1720 in Augsburg, in der Zentrale in München 1300 und am ehemaligen Nixdorf-Standort Paderborn 750. Die im Vergleich zur Konkurrenz enorm hohen Verwaltungskosten von 300 Millionen Euro müssten halbiert werden, sagte Schwirz. Wie viele Stellen konkret wegfallen, sei bislang offen. Dafür entstünden neue Stellen in anderen Bereichen des Unternehmens. «Wir müssen mehr Kraft auf die Straße bringen», betonte Schwirz.
Der FTS-Umsatz sank im vergangenen Jahr leicht auf 4,35 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn stieg auf 77 Millionen. Wegen dem verheerenden Hochwasser in Thailand, wo zwei Drittel aller weltweit verkauften Festplatten herkommen, sei das Servergeschäft ab Herbst eingebrochen. Außerdem sei die Nachfrage in Italien, Spanien und Frankreich schwach. Für dieses Jahr peilt FTS trotzdem 4,7 Milliarden Euro Umsatz und noch mehr Gewinn an.
«Wir setzen auf Deutschland, Rußland, Indien» und andere Schwellenländer, erklärte Schwirz. Zweiter Wachstumstreiber seien Cloud Computing und die Partnerschaft mit SAP bei der neuen Datenbanktechnik Hana, die Abfragen tausendfach beschleunige. «Hana bringt eine noch größere Veränderung als Cloud Computing», sagte Schwirz. «Wir liefern die Infrastruktur aus Augsburg».
Die Nähe zu den europäischen Kunden sei ein großer Vorteil. «In Augsburg haben wir ein großes Kunden-Besuchszentrum gebaut. Neun von zehn, die es besichtigen, kaufen hinterher unsere Produkte.» Mit der Lufthansa, SAP und den Schweizer Großbanken UBS und CS habe FTS soeben Komplett-Wartungsverträge abgeschlossen, die auch Computer von Konkurrenten mit einschließen. Mit diesem neuen Angebot «gehen wir aggressiv in den Markt rein», sagte Schwirz. Bis 2015 wolle sich FTS als Marktführer im europäischen IT-Infrastruktur-Bereich etablieren und 6 Milliarden Euro Umsatz und 300 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften. dpa/lby/AZ
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