Wie das Finanzministerium in Washington am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, lag das Haushaltsdefizit am Dienstag bei gut 15.033 Milliarden Dollar und damit um 55,8 Milliarden Dollar höher als noch am Vortag. Der Betrag entspricht 99 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA und war vom Weißen Haus für das gesamte Jahr 2011 einkalkuliert worden.
Republikaner empört
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Die allererste aufgezeichnete Staatspleite der Geschichte geht auf das Konto der Engländer (Bild: Big Ben/Palace of Westminster in London). Schon Anfang des 14. Jahrhunderts war das Land, damals unter der Regierung King Edwards II., zahlungsunfähig. Grund für die Geldsorgen: Der Hundertjährige Krieg gegen Frankreich, der enorme Summen verschlang.
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Spanien (Bild: Gaudi-Kirche in Barcelona) gilt als der Rekordhalter im Pleite gehen: Satte 13 mal waren die Iberer schon bankrott, vor allem die Seeschlachten Ende des 16. Jahrhunderts verschlangen wahnwitzige Beträge. Auch im Zuge der Euro-Krise kreisen über Spanien die Pleitegeier - bisher ist das Land aber nicht zahlungsunfähig.
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Der lateinamerikanische Staat Argentinien (Bild: Obelisk in Buenos Aires) erklärte 2001 offiziell seine Zahlungsunfähigkeit. Mittlerweile hat das Land sich wieder erholt und verbucht Wirtschaftswachstumsraten um die zehn Prozent. Nicht ganz unschuldig an der Staatspleite Argentiniens war ...
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Bei den Republikanern riefen die Zahlen Empörung hervor - sie machten die Regierung von Präsident Barack Obama für die hohe Verschuldung verantwortlich. «Die Zahl markiert einen schändlichen Tag in der amerikanischen Geschichte», erklärte der Haushaltsexperte Paul Ryan im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2012, Rick Perry, verurteilte «die sozialistische Politik Obamas, die das Land ruiniert». Der Senator Mitch McConnell sagte, die USA glichen zunehmend dem verschuldeten Griechenland.
US-Staatsverschuldung explodiert
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- «WEICHE» UMSCHULDUNG: Bei diesem Konzept sollen hochriskante griechische Staatsanleihen durch abgesicherte Anleihen mit einer verlängerten Laufzeit ersetzt werden. Griechenland müsste seine Schulden also erst später zurückzahlen. Experten befürworten die Lösung, weil sie die Folgen für die Investoren abmildert. Der Wirtschaftsweise Lars Feld hält dagegen: «Das Ziel, Griechenland einen Silberstreifen am Horizont zu verschaffen, würde damit nicht erreicht.» Denkbar wäre zusätzlich ein Abschlag auf den Nennwert der Staatsanleihen.
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- SCHULDENSCHNITT: Bei dieser unter den Euro-Chefs umstrittenen «haircut»-Lösung müssen alle Gläubiger Griechenlands auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Viele Experten halten dieses Szenario für unausweichlich, weil Griechenland seine Schulden nicht mehr schultern kann. Bundesbank-Chef Jens Weidmann lehnt den Schnitt ab, weil Griechenland zu wenig erwirtschaftet und ein hohes Haushaltsdefizit aufweist. Experten zufolge müsste sich der Abschlag vom Nominalwert der Anleihen am gegenwärtigen Marktwert orientieren - Ökonomen halten 40 bis 50 Prozent für vorstellbar. Womöglich wären in der Folge milliardenschwere Hilfen für das griechische Bankensystem sowie ein Notprogramm auch für Irland und Portugal nötig.
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- EUROBONDS: Nach diesem Konzept nehmen alle Länder der Eurozone zusammen Kredite zu einem einheitlichen Zinssatz auf. Bisher muss sich jedes Land selbst darum kümmern, Geld von den Finanzmärkten zu bekommen - zu unterschiedlich hohen Zinssätzen. Für Griechenland bedeutete dies frisches Kapital zu wesentlich niedrigeren Zinsen als bisher. Wegen der schlechten Bewertung seiner Bonität durch die Ratingagenturen konnte sich das Land de facto kein Geld mehr leihen. Länder mit einem bislang guten Rating - wie Deutschland - müssten bei den Eurobonds allerdings deutlich höhere Zinsen hinnehmen. Finanzexperten befürchten, jedes Land müsse dann für die Staatsverschuldung anderer mithaften. Experten sehen zudem verfassungsrechtliche Probleme.
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- RÜCKKAUF EIGENER STAATSANLEIHEN: Weil griechische Staatsanleihen derzeit teils nur noch mit 50 Prozent ihres Nennwerts gehandelt werden, könnte Griechenland seine Anleihen entsprechend günstiger zurückkaufen. Dafür wären aber gewaltige Geldsummen nötig, die etwa der Rettungsfonds EFSF zur Verfügung stellen müsste. Sollten Gläubiger darauf eingehen, wäre auch das eine Art Schuldenerlass. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» könnte Griechenland damit laut Berechnungen des Bundesfinanzministeriums seine Staatsschulden um 20 Milliarden Euro senken.
Eine sogenannte Superkommission, die im August im Zuge einer Einigung zwischen Republikanern und Demokraten zur Anhebung der Schuldengrenze ins Leben gerufen worden war, soll bis zum 23. November Einsparmöglichkeiten in den kommenden zehn Jahren in Höhe von 1200 Milliarden Dollar finden. Gelingt dies nicht rechtzeitig, werden automatisch 1200 Dollar im Budget gekürzt. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass die Verschuldung der USA am Jahresende hundert Prozent des Bruttoinlandsprodukts beträgt. Im Jahr 2012 wird sie demnach bei 105 Prozent und im Jahr 2016 bei 115 Prozent liegen. AFP
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