Neue Spekulationen um den Verkauf von Ratiopharm: Finanzkreise halten nun einen Verkauf des Ulmer Generikaherstellers noch in diesem Jahr für unwahrscheinlich.

Wie mehrfach berichtet, ist der Eigentümer von Ratiopharm, Adolf Merckle, mit seiner Vermögensverwaltung VEM in Zahlungsnot geraten und verhandelt mit einer 30 bis 40 Banken umfassenden Gruppe über einen Notkredit. Das vereinbarte Stillhalteabkommen laufe am 2. Dezember ab.
Der Ulmer Milliardär Adolf Merckle, in dessen über 30 Milliarden schwerem Firmenimperium Ratiopharm das Herzstück ist, hatte sich mit Spekulationen auf fallende Kurse der VW-Aktie verhoben und einen Verlust "im niedrigen dreistelligen Millionenbetrag" eingefahren.
Die Gläubigerbanken drehten den Geldhahn zu und vereinbarten ein Stillhalteabkommen mit der von seinem Sohn Ludwig geleiteten VEM. In Bankenkreisen wird der Finanzierungsbedarf von Merckle auf 700 Millionen bis eine Milliarde Euro geschätzt.
Der Unternehmer gilt mit einem Privatvermögen von mehr als sieben Milliarden Euro als einer der reichsten Deutschen, doch stecke dieses Geld überwiegend in Firmen. Es müsse also mindestens eine davon verkauft werden.
Neben dem ertragsstarken Ulmer Generikahersteller mit seinen 5400 Mitarbeitern weltweit - davon 2300 in Ulm und Blaubeuren - zählt der Pharmagroßhandel Phoenix und der Baustoffriese Heidelberg Cement zu den wichtigsten Säulen.
Doch wie aus Bankenkreisen zu hören ist, seien Anteile von Phoenix bereits an Banken verpfändet und Heidelberg Cement verschuldet. Auf der Betriebsversammlung am Montag erklärte Ludwig Merckle, dass die beteiligten Banken "massiv" auf einen Verkauf von Ratiopharm oder anderer Beteiligungen drängten.
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