Samstag, 29. November 2014

28. April 2012 16:49 Uhr

Tarife

Warnstreikwelle in Metall-Tarifrunde rollt langsam an

Im Tarifkonflikt der deutschen Schlüsselindustrie Metall und Elektro kommt es am Wochenende zu ersten Warnstreiks in den westdeutschen Ländern.

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Noch keine Einigung bei den Tarifverhandlungen über Branchenzuschläge für mindestens 240 000 Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie. Foto: Caroline Seidel / Archiv dpa

Unmittelbar nach dem Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht zu Sonntag hat die Gewerkschaft IG Metall ab 0.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, allerdings zunächst nur in einigen wenigen Betrieben. Richtig anlaufen soll die Warnstreikwelle dann ab Mitte der Woche. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisierte, die Warnstreiks seien «unnötig und schädlich».

Die Gewerkschaft will mit den Aktionen ihren Forderungen im Tarifkonflikt für rund 3,6 Millionen Beschäftigte Nachdruck verleihen. Die IG Metall verlangt in einem Paket 6,5 Prozent mehr Geld sowie die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber bieten bislang 3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 14 Monaten und spricht vom «oberen Rand des wirtschaftlich begründbaren Rahmens».

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Die Schauplätze der ersten Metaller-Warnstreiks liegen vor allem in Bayern und Niedersachsen. In Augsburg bei MAN Diesel, in München bei TDK und in Pfronten bei Deckel Maho sind Beschäftigte zu Aktionen aufgerufen. In Niedersachsen soll es bei Continental in Gifhorn, bei Bosch in Salzgitter und bei Haendler & Natermann in Hannoversch Münden sowie bei KSM Castings in Hildesheim Warnstreiks geben. Vereinzelte Aktionen sind auch in Berlin, im rheinland-pfälzischen Andernach und im niedersächsischen Nordenham geplant.

In Ostdeutschland war die Friedenspflicht bereits früher abgelaufen, dort gab es schon Arbeitsniederlegungen. In der Metall- und Elektroindustrie im Osten gibt es aber weitaus weniger Beschäftigte als im Westen. Die nächste Verhandlungsrunde in der Tarifrunde beginnt am 8. Mai im baden-württembergischen Sindelfingen.

Parallel zur Metall-Tarifrunde waren am Freitag in dritter Runde die Tarifverhandlungen über Branchenzuschläge für mindestens 240 000 Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die IG Metall will damit eine Angleichung an die Entgelte der Stammbelegschaften erreichen und den Abbau vom Stammarbeitsplätzen verhindern. Die IG Metall verständigte sich nach eigenen Angaben mit dem Bundesverband der Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) auf die Einrichtung einer technischen Kommission, die den nächsten Verhandlungstermin vorbereiten soll.

Aus Sicht der IG Metall liegen Arbeitgeber und Gewerkschaft in wesentlichen Punkten noch weit auseinander. «Ohne eine akzeptable Regelung zur fairen Bezahlung der Leiharbeitnehmer gibt es keine Lösung des Tarifkonflikts», erklärte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Verhandlungsführerin der IG Metall, in Frankfurt. Dazu gehöre ein Branchenzuschlag, der ab dem ersten Tag gezahlt werden solle. (dpa)

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