Am Donnerstag stellen die führenden Wirtschaftsinstitute ihr Herbstgutachten vor: Der Abschwung kommt, eine Rezession kann aber vermieden werden, wenn die Politik richtig handelt.


Pünktlich zum Herbst kommen auch für die deutsche Wirtschaft trübe Prognosen heraus. Laut dem am Donnerstag in Berlin von führenden deutschen Wirtschaftsinstituten veröffentlichten Herbstgutachten steht in Deutschland eine harte konjunkturelle Bremsung bevor. Wie die "Frankfurter Allgemeine" vorab aus dem Gutachten berichtete, könne aber eine Rezession knapp vermieden werden, wenn es der Politik gelinge, die Schuldenkrise einzudämmen.
Das Bruttoinlandsprodkut werde in diesem Jahr wegen des sehr guten ersten Quartals noch um 2,9 Prozent zulegen, 2012 aber nur noch um 0,8 Prozent wachsen. Eine große Belastung für die Konjunktur sei vor allem die weltwirtschaftliche Abkühlung sowie die steigende Unsicherheit wegen der Schuldenkrise. Sorgen um ihre Arbeitsplätze müssen sich die Deutschen dennoch noch nicht machen: Der Arbeitsmarkt bleibe stabil, sondern die Situation nicht eskaliere, heißt es in dem Gutachten. Die Zahl der Arbeitslosen könnte im nächsten Jahr sogar auf durchschnittlich 2,8 Millionen sinken.
Die Experten sind sich offenbar aber nicht ganz sicher, dass der konjunkturelle Abschwung milde ausfällt. Es gebe erhebliche Risiken für einen schärferen Einbruch der Konjunktur. Sollte es in Griechenland oder einem anderen angeschlagenen Land zu einer unkontrollierten Entwicklung oder einer ungeordneten Insolvenz kommen, bestehe ein großes Risiko für eine Rezession, glauben die Experten. Von einer Rezession sprechen Ökonomen, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinander folgenden Quartalen sinkt.
Aktuelle Konjunkturdaten machen Hoffnung, dass Europa ein signifikanter Einbruch erspart bleibt. Im August wuchs die Industrieproduktion um durchschnittlich 1,2 Prozent gegenüber Juli. Die Börsen reagierten mit Kursgewinnen auf die guten Nachrichten aus der Wirtschaft.
Laut "Frankfurter Allgemeine" üben die Wirtschaftsexperten in ihrem Gutachten aber auch scharfe Kritik an der zögerlichen und widersprüchlichen Politik der europäischen Regierungen im Umgang mit der Schuldenkrise. Viele Regierungen hätten gerade im Bezug auf Griechenland auf Zeit gespielt. Durch die planlose Politik der Regierungen sei die Europäische Zentralbank in die Zwickmühle gekommen, schreiben die Institute laut "FAZ". Die entscheidende Frage sei die Rekapitalisierung der Banken. (AZ, dapd)
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