Startseite
Icon Pfeil nach unten
Geld & Leben
Icon Pfeil nach unten

WHO warnt: 2030 gibt es doppelt so viele Demenz-Kranke wie heute

WHO warnt

2030 gibt es doppelt so viele Demenz-Kranke wie heute

  • |
  • |
  • |
    Erkrankungen des Gehirns werden bis 2050 um ein Drittel zunehmen. Bis 2050 sollen 115 Millionen Menschen an Demenzkrankheiten leiden - davor warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO.
    Erkrankungen des Gehirns werden bis 2050 um ein Drittel zunehmen. Bis 2050 sollen 115 Millionen Menschen an Demenzkrankheiten leiden - davor warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Foto: Armin Weigel dpa

    Mehr als dreimal so viele Menschen wie heute werden im Jahr 2050 an einer Hirnerkrankung leiden. Die meisten davon werden vermutlich an Alzheimer erkranken, warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag in Genf.  

    Allein bis 2030, also in den nächsten 18 Jahren, werde sich die Zahl der Erkrankten auf 66 Millionen beinahe verdoppeln. Bis 2050 müsse damit gerechnet werden, dass rund 115 Millionen Menschen unter Demenzerkrankungen leiden, deren häufigste Form Alzheimer ist.

    Frühzeitige Erkennung verbessern

    In vielen Ländern sei das öffentliche Interesse an der Behandlung der Krankheit und die Bereitschaft zur Hilfe für die Betroffenen immer noch sehr gering, beklagte Marc Wortmann, Direktor der Internationalen Organisation für Alzheimer-Forschung (ADI). Diese war maßgeblich an der Demenz-Studie beteiligt.

    "Wir müssen unsere Möglichkeiten verbessern, Demenz frühzeitig zu erkennen und die notwendige medizinische und soziale Fürsorge zu gewähren", sagte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Oleg Chestnov. Ein großes Problem sei der Mangel an zuverlässigen Diagnose-Möglichkeiten. Selbst in reichen Ländern werde Demenz in bis zur Hälfte aller Fälle erst viel später erkannt, als dies eigentlich heute schon möglich wäre.

    Menschen in allen Ländern sind von Demenz betroffen

    Von Demenz seien Menschen in allen Ländern der Welt betroffen, heißt es in dem Bericht. 58 Prozent der heutigen Demenz-Patienten lebten in Ländern mit nur "geringen bis mittleren Einkommen" und würden nur vergleichsweise schlecht versorgt. Oft seien die Gesundheitssysteme aufgrund der vor allem wegen der steigenden Lebenserwartung zunehmenden Demenzfälle weit überfordert.

    In Deutschland muss laut einer Krankenkassen-Studie von 2011 jeder dritte Mann und jede zweite Frau damit rechnen, irgendwann im Leben an Demenz zu erkranken. Die Zahl der Demenzkranken wird heute bereits mit bis zu 1,4 Millionen beziffert. Zwei Drittel der Demenzkranken sind pflegebedürftig.

    Kosten der Pflege sind hoch

    Die WHO-Studie bestätigt frühere Berechnungen in Deutschland, wonach die Pflege von Demenzkranken immer höhere Kosten verursacht. Weltweit werden sie laut WHO bereits auf jährlich 460 Milliarden Euro geschätzt. In der Bundesrepublik braucht ein Demenzkranker nach Angaben der Krankenkasse Barmer GEK pro Monat im Schnitt gut 500 Euro mehr von den Pflege- und 300 Euro mehr von den Krankenkassen als ein durchschnittlicher Versicherter.

    Hier geht es zur Deutschen AlzheimerGesellschaft. dpa

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden