Alzheimer wandert wie eine Infektion durch das Gehirn: Das bei Alzheimer-Erkrankten nicht normal funktionierende Tau-Protein springt dabei von Neuron zu Neuron.


Die Alzheimer-Erkrankung breitet sich wie eine Infektion von einem Teil des menschlichen Hirns auf den anderen aus. Das geht aus einer aktuellen Studie der Universitätsklinik der New Yorker Columbia-Universität hervor, die am Mittwoch (Ortszeit) im Online-Fachmagazin "PLoS One" veröffentlicht wurde.
Bei Tierversuchen mit gentechnisch veränderten Mäusen fanden die Forscher heraus, dass das bei Alzheimer nicht normal funktionierende Tau-Protein, das als Ursache der Krankheit gilt, durch das Gehirn wandert, indem es von einem Neuron zum anderen "springt".
Das Gehirn von Alzheimer-Kranken weist typische Eiweißablagerungen auf. Schon frühere Studien hatten nahegelegt, dass die Krankheit im für das Gedächtnis wichtigen sogenannten entorhinalen Kortex beginnt und sich von dort auf andere Hirnregionen ausbreitet.
Die neuen Erkenntnisse der New Yorker Wissenschaftler könnten dabei helfen, die Ausbreitung von Alzheimer hinauszuzögern oder sogar zu stoppen. "Der erfolgreichste Ansatz wäre, Alzheimer so zu behandeln wie wir Krebs behandeln", sagte der Neurologieprofessor Scott Small. Auch Alzheimer müsse früh entdeckt und behandelt werden, "bevor es die Chance hat, sich auszubreiten". Denn in einem früheren Stadium sei eine Therapie am erfolgversprechendsten.
Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Die Erkrankung führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer starken Schädigung von Gehirnzellen vor allem in der Hirnrinde. (afp, AZ)
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