Sonntag, 22. Oktober 2017

13. Oktober 2017 07:27 Uhr

Astronomie

Asteroid 2012 tc4 verpasst Erde nur knapp

Der Asteroid 2012 tc4 ist am 12. Oktober in 44.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeigefolgen. Hier erfahren Sie, was das bedeutet und wann sich der Asteroid wieder nähert.

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Asteroid 2012 tc4 - der Punkt in der Mitte dieses zusammengesetzten Bildes - raste am Donnerstag recht nah an der Erde vorbei.
Foto: ESO / ESA / NEOCC

Der Asteroid 2012 TC4 ist am Donnerstagmorgen in relativ knapper Entfernung an der Erde vorbeigeflogen. Detlef Koschny von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa sagte, das sei wie berechnet pünktlich passiert. Demnach kam der Asteroid um 7.41 Uhr bis zu 44.000 Kilometer an die Erde heran.

Detlef Koschny teilte mit, dass nun Daten ausgewertet werden. Unter anderem soll untersucht werden, aus welchem Material der Asteroid besteht. Das nächste Wiedersehen mit Asteroid 2012 tc4 wird es 2079 geben. Laut Esa gibt es eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass er die Erde dann treffen könnte. Nach aktuellsten Berechnungen liege die bei 1:15.000.

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Was ist der Asteroid 2012 tc4?

Asteroid 2012 tc4 ist ein kleiner Himmelskörper, der in einer Umlaufbahn um die Sonne kreist. Der Asteroid ist etwa zehn bis 30 Meter groß, genauer weiß man es bislang nicht. Aus welchem Material er besteht, ist ebenfalls nicht ganz sicher.

Seinen Namen hat der Asteroid, weil er am 4. Oktober 2012 erstmals entdeckt wurde, vom Groß-Teleskop Pan-STARRS auf Hawaii.

Wie nahe kam der Erde?

2012 tc4 hat die Erde auf Höhe der Antarktis am Donnerstag in etwa 42.000 Kilometern Entfernung passiert, so die Nasa. "Das ist schon recht nah", sagt Dr. Christine Zerbe, Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung Augsburg. Zum Vergleich: Der Mond ist knapp 400.000 Kilometer entfernt.

Konnte man Asteroid 2012 tc4 beim Vorbeiflug an der Erde sehen?

Nein, sagt Expertin Zerbe im Vorfeld. Er sei zu klein, um ihn mit bloßem Auge sehen zu können.

Warum ist der Asteroid für Wissenschaftler wichtig?

Wissenschaftler auf der ganzen Welt haben den Vorbeiflug von 2012 tc4 mit ihren Instrumenten beobachtet. Beim NASA-Center für das Studium erdnaher Objekte - Center for Near-Earth Object Studies (CNEOS) - sprach man von einem "perfekten Ziel", um die Beobachtung von erdnahen Objekten zu üben und die internationale Kommunikation in solchen Fällen zu optimieren. Denn für Experten ist klar, dass es nicht immer beim Vorbeiflug bleiben wird

Weil der nächste Einschlag nur eine Frage der Zeit ist, wollen die Forscher aus dem Vorbeiflug von TC4 wichtige Erkenntnisse für die Abwehr von Asteroiden aus dem All ziehen. Der Asteroid biete "eine exzellente Gelegenheit, um zu überprüfen, wie wir gemeinsam auf eine reale Bedrohung reagieren können", schreibt die Europäische Raumfahrtagentur ESA.

Was können wir tun, wenn ein Himmelskörper der Erde doch einmal gefährlich wird?

Nähert sich ein großer und potenziell gefährlicher Himmelskörper der Erde, hat man nach Einschätzung von Experten mit den aktuellen Kontrollmöglichkeiten in der Regel mehrere Jahre bis Jahrzehnte Vorlaufzeit, um Schutzmaßnahmen zu treffen. "Die naheliegende Option wäre ein kinetischer Impakt", sagt Rüdiger Jehn vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum. Das heißt, dass man den Asteroiden mit einem anderen Objekt kollidieren lässt, um ihn von seiner Bahn abzulenken." AZ

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