Krebs ist die Krankheit, die wir am meisten fürchten. Jetzt haben Forscher herausgefunden: Viele Krebsfälle sind auf Infektionen mit Viren, Bakterien und Parasiten zurückzuführen. Von Josef Karg

Krebs: Fast drei Viertel der Deutschen haben Umfragen zufolge Angst vor den bösartigen Tumoren. Kein Wunder: Es sind über 100 verschiedene Krebsarten bekannt, die Krankheit ist oft mit viel Leiden verbunden.
Die Ursachen für Krebs sind vielfältig. Inzwischen haben Wissenschaftler allerdings herausgefunden, dass ein guter Teil der aktuellen Krebsfälle auf Infektionen mit Viren, Bakterien und Parasiten zurückzuführen ist.
Das heißt: Jährlich erkranken zwei Millionen Menschen – viele davon in Entwicklungsländern – neu an Krebs, weil sie sich mit irgendwelchen Keimen infiziert haben. Immerhin jede sechste Tumorerkrankung geht inzwischen weltweit auf eine Infektion zurück. Im Jahr 2008 waren Magenbakterien (Helicobacter pylori), Humane Papilloma- oder Hepatitis-Viren und andere Erreger Ursache für 1,5 Millionen Todesfälle.
„Die meisten Infektionen hätten vermieden oder behandelt werden können“, besagt nun eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, die im Fachjournal Lancet Oncology erschienen ist. Und das ist im Grunde eine gute Nachricht: Denn mit Impfungen und Antibiotika gegen Bakterien ließen sich erhebliche Effekte im Kampf gegen den Krebs erzielen, heißt es in der Studie.
Christoph Aulmann, Onkologe am Klinikum Augsburg, bestätigt dies: Mit besserer Vorsorge würden sich viele Fälle von Leber- und Gebärmutterhalskrebs erübrigen. Mädchen im Alter zwischen 12 bis 17 Jahren sollten sich impfen lassen. Impfschutz gegen Hepatitis-B-Viren empfehle er jedem. Magenlymphome wiederum ließen sich durch eine Dreifach-Antibiotika-Therapie wirksam bekämpfen.
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