Freitag, 24. Mai 2013

16. März 2012 07:59 Uhr

Erinnerungskiller Tür

Das Gehirn koppelt Gedanken an Zimmer

Das ist wohl jedem schon einmal passiert. Man betritt einen Raum und stellt sich plötzlich die Frage: «Was wollte ich hier nochmal?» Mit Demenz hat das nichts zu tun, sondern mit Strategie.

Das Modell eines menschlichen Gehirns. Unser Hirn koppelt Gedanken an Zimmer, deshalb vergessen wir oft beim Raumwechsel, was wir dort eigentlich wollten. Foto: Armin Weigel dpa

Tür zu - Gedanke weg. So geht es vielen, wenn sie einen Raum verlassen und einen neuen betreten. Diese Vergesslichkeit ist jedoch eine Strategie des Gehirns.

Es hilft nicht, in den Raum zurückzugehen

Das Gehirn koppelt einen Gedanken oft an das Zimmer, in dem er entstand. Daher falle es einem Menschen manchmal schwer, sich an etwas zu erinnern, das er sich in einem anderem Raum vorgenommmen habe, berichtet das Magazin Psychologie heute mit Verweis auf eine US-Studie. Der Grund: Das Gehirn bündelt Erinnerungspakete - allerdings nicht unbedingt nach inhaltlichen Gesichtspunkten, sondern manchmal auch nach anderen Kapiteln. So seien für die Erinnerungsstruktur oft auch räumliche Gegebenheiten entscheidend.

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Gehirn koppelt Gedanken an Zimmer

Die Forscher an der University of Notre Dame (US-Staat Indiana) baten für drei Experimente jeweils rund 60 Menschen Gedächtnisübungen machen. Unter anderem sollten sie Gegenstände in verschiedene Kisten verstauen und sich später daran erinnern - einige Probanden im selben Raum, andere im Nebenraum. Der Test ergab: Türen können Erinnerungskiller sein. Bei den Teilnehmern, die durch eine Tür gehen mussten, waren die Erinnerungen eher verblasst als bei denen, die im selben Raum blieben. Die Forscher nennen das einen «räumlichen Aktualisierungseffekt».

Tests: Türen als Erinnerungskiller

Auch die Rückkehr in den Raum des Gedankens helfe nicht viel, berichten die Wissenschaftler um Gabriel Radvansky. Die Experimente hätten gezeigt, dass das Gehirn die zum Zimmer gehörenden Gedanken mit dem Überschreiten der Türschwelle regelrecht wegordne. Einmal archiviert, seien sie nicht so leicht wieder abrufbar. Die Studie ist im The Quarterly Journal of Experimental Psychology veröffentlicht. dpa/AZ

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Gehirn | Weinheim




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