Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es bis 2030 wohl fast 66 Millionen Demenzerkrankte geben, hieß es in einem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht der WHO und des Verbands von Alzheimer-Organisationen Alzheimer's Disease International (ADI). In den darauffolgenden 20 Jahren sei es möglich, dass etwa drei Mal so viele Menschen wie heute von der Erkrankung betroffen sind. Derzeit sind weltweit 35,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt.
Alle vier Sekunden wird eine Demenzerkrankung diagnostiziert
Weltweit werde alle vier Sekunden eine Demenzerkrankung diagnostiziert, erklärte ADI-Geschäftsführer Marc Wortmann. Da die Ausbreitung der Erkrankung aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung stark zugenommen habe, sei das Gesundheitssystem "schlicht überfordert". Neben der Bürde für die Betroffenen und ihre Angehörigen sei Demenz auch ein "sozialer und wirtschaftlicher Alptraum". Laut WHO-Bericht belaufen sich die Kosten für die Behandlung und die Betreuung der Betroffenen jährlich auf mehr als 460 Milliarden Euro.
WHO fordert mehr Aufklärung der Öffentlichkeit
Demenz wird durch eine Vielzahl von Hirnerkrankungen ausgelöst. Die häufigste Form der Demenz ist Alzheimer. Die Erkrankung beeinträchtigt die Gedächtnisfunktion, das Denken und auch die Orientierung der Betroffenen und wird laut WHO-Bericht auch in Industriestaaten nur in 20 bis 50 Prozent der Fälle routinemäßig erkannt. Die Diagnose-Möglichkeiten und die Ausbildung in der Medizin müssten deshalb dringend verbessert werden, forderten die Autoren des Berichts. Außerdem sei es dringend nötig, die Öffentlichkeit besser über Demenz aufzuklären. afp