Ausgerechnet ein Automat zur Herstellung von Desinfektionslösung ist als mögliche Quelle der tödlichen Infektionen im Klinikum Bremen-Mitte in Verdacht geraten. In einem Schlauch, aus dem Frischwasser zufließt, sei das Erbgut von Klebsiella-Bakterien nachgewiesen worden, sagte der Hygieneexperte Prof. Martin Exner am Freitag in Bremen. Der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uni Bonn ist als externer Aufklärer zurate gezogen worden. Ob es sich um den Stamm der Bakterien handelt, an dem seit 2011 mehrere Frühchen starben, müsse noch untersucht werden. Es sei möglich, dass Bakterienklumpen aus dem Schlauch in der fertigen Desinfektionslösung überlebt und so die Infektionen verursacht hätten, sagte Exner.
Mehrere Frühchen im Bremer Klinikum gestorben
Nach dem Tod von mehreren Frühchen im vergangenen Sommer, war das resistente Klebsiella-Bakterium Mitte Mai erneut im Klinikum aufgetreten. Die Bakterien wurden auf der Haut eines zehn Wochen alten Babys nachgewiesen, das in der Kinderchirurgie des Krankenhauses wegen eines Leistenbruchs operiert worden war.
Ende Juli waren im Bremer Klinikum bei drei Frühchen Infektionen aufgetreten. Das erste Neugeborene starb im August, die beiden anderen im Oktober. Insgesamt wurde der Keim bei 15 Säuglingen nachgewiesen. Sieben erkrankten schwer. dpa, AZ