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Durchfall-Erkrankung: EHEC: Erste Verdachtsfälle auch aus Süddeutschland gemeldet

Durchfall-Erkrankung

EHEC: Erste Verdachtsfälle auch aus Süddeutschland gemeldet

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    Die Durchfallerkrankung EHEC und ihre schwere Form namens HUS greifen immer weiter um sich.  (Bild: Remmers/dpa/tmn)
    Die Durchfallerkrankung EHEC und ihre schwere Form namens HUS greifen immer weiter um sich. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

    Seit gut einer Woche erkranken vermehrt Menschen in Norddeutschland an blutigem Durchfall und dem so genannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). "Es gibt aber auch vorläufige Meldungen aus Süd- und Ostdeutschland", berichtete das Robert-Koch-Institut.

    Eine Anfrage, ob auch in Bayern schon Krankheitsfälle gibt, ließ das  bayerische Gesundheitsministerium bis zum Mittag unbeantwortet. Nach Auskunft der Gesundheitsbehörden sind bislang im Freistaat aber noch keine lebensgefährlichen EHEC-Darmerkrankungen aufgetreten. "Uns sind keine Fälle bekannt, die mit den aktuellen EHEC-Erkrankungen im Zusammenhang stehen", sagte eine Sprecherin des bayerischen Landesamtes für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag in Erlangen. Entsprechende Erkrankungen seien dennoch nicht auszuschließen. Es lägen der Behörde aber bislang keine Meldungen vor.

    Die Zahl der schweren Verläufe (über 40 HUS-Fälle) in einem kurzen Zeitraum derzeit sei sehr ungewöhnlich, so das RKI. "Auch die betroffenen Altersgruppen sind untypisch." Aktuell seien nämlich vor allem erwachsene Frauen, betroffen. Zu anderen Zeiten entwickeln vorwiegend Kinder dieses schwere Krankheitsbild: Im Jahr 2010 zum Beispiel wurden dem Robert Koch-Institut 65 HUS-Fälle übermittelt, 6 Betroffene waren älter als 18 Jahre.

    Das HUS ist eine schwere, unter Umständen tödliche Erkrankung, die bei bakteriellen Darminfektionen mit sogenannten enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) auftreten kann. Opfer leiden an akutem Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen und einen Mangel an Blutplättchen. Im Jahr 2010 wurden dem Robert Koch-Institut zwei Todesfälle übermittelt.

    Die das HUS verursachenden EHEC-Bakterien werden direkt oder indirekt vom Tier auf den Menschen übertragen, über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser, aber auch durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion).

    "Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass rohes Fleisch oder Rohmilch, die in Zusammenhang mit EHEC häufig als Überträger-Lebensmittel identifiziert werden die Ursache des aktuellen Ausbruchs darstellen", so das Robert-Koch-Institut.

    Es träten weiterhin neue Fälle auf, "aktuell kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Infektionsquelle noch aktiv ist." Ein RKI-Team ist vor Ort in Hamburg, wo bislang rund 30 HUS-Fälle gemeldet wurden, und untersucht in Zusammenarbeit mit den Hamburger Gesundheitsbehörden das Geschehen. In den letzten Jahren wurden in Deutschland mehrfach größere Häufungen von HUS-Erkrankungen gemeldet - "allerdings noch nie so viele Fälle in so kurzer Zeit, und noch nie mit einem Fokus auf Erwachsenen", so die Experten. AZ

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