Mittwoch, 22. Mai 2013

23. April 2012 11:28 Uhr

Eichenprozessionsspinner: Gefährliche Raupe auf dem Vormarsch

Die gefährliche Raupe des Eichenprozessionsspinners ist in Deutschland rasant auf dem Vormarsch. Für Menschen sind die giftigen Härchen gefährlich.

Eichenprozessionsspinner verbreiten sich rasant: Die für den Menschen gefährliche Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich in Deutschland immer weiter aus.
Foto: Bernd Settnik/Archiv dpa

Eichenprozessionsspinner verbreiten sich rasant: Die für den Menschen gefährliche Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Insgesamt sind nach Angaben des Julius-Kühn-Instituts (JKI) zehn Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Eichenprozessionsspinner: 2012 wohl viele Raupen

Da die Eichenprozessionsspinner sich in einem trocken-warmen Frühjahr besonders gut entwickelten, müsse 2012 wieder mit vielen Raupen gerechnet werden, berichtete das JKI, die für Kulturpflanzen zuständige Bundesbehörde. Auch der Klimawandel habe daher wahrscheinlich mit für die Verbreitung der Schädlinge gesorgt.

ANZEIGE

Giftige Härchen für Menschen sehr gefährlich

Eichenprozessionsspinner schlüpfen meist im späten April und frühen Mai. Ihr Name geht auf die Art und Weise zurück, wie die Raupen an ihre Nahrungsplätze wandern - in einer Prozession, die bis zu 20 Spuren erreichen kann. Die giftigen Härchen der Tiere, die sie nach dem zweiten Häuten ausbilden, sind für Menschen sehr gefährlich. Es drohen Hautirritationen, Atembeschwerden und Augenreizungen.

Die Nester seien ebenfalls gefährlich, weil sich dort auch nach dem Auszug der Raupen noch Härchen oder Häutungsreste befinden könnten, sagte JKI-Sprecherin Stefanie Hahn der Nachrichtenagentur dpa. "Nicht anfassen, nicht anstechen - am besten einen weiten Bogen drumherum machen", warnte die Biologin.

Eichenprozessionsspinner: Bei Berührung sofort zum Arzt

Wer trotzdem mit einem der für Menschen sehr gefährlich gekommen sei, müsse sofort zum Arzt. Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen stehen neu auf der JKI-Liste. Die Daten basieren auf Informationen der Landesbehörden, die sie dem Institut in Braunschweig übermittelt haben.

Experten rechnen mit einer weiteren Ausbreitung in den kommenden Jahren. Immer häufiger seien die Tiere nicht nur in Eichenwäldern, sondern auch in Wohn- und Erholungsgebieten zu finden, sagte Hahn. Betroffene Landkreise fordert das JKI auf, gegen die Schädlinge beispielsweise mit zugelassenen Pestiziden vorzugehen.

Firmen müssen Nester entsorgen

Das müsse allerdings vor dem dritten Larvenstadium der Tiere geschehen. "Danach geht das nur noch mit Spezialkräften." Die Gespinstnester sollten nach JKI-Angaben nicht mit Wasser entfernt oder verbrannt werden, weil sich die Brennhaare dann verbreiten könnten. Es verweist auf Firmen, die solche Nester absaugen. (dpa, AZ)

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren



Neu in den Foren