Samstag, 18. November 2017

01. April 2016 06:30 Uhr

Multiple Sklerose

Ein Pflanzenpeptid ist die neue Hoffnung bei der Behandlung von MS

Multiple Sklerose ist bislang nicht heilbar. Forscher aus Österreich haben nun einen Wirkstoff entdeckt, in den sie große Hoffnungen setzen. Er lässt sich aus Pflanzen gewinnen.

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Kann Multiple Sklerose - kurz: MS - bald besser behandelt werden?
Foto: Caroline Seidel, dpa

Ein Pflanzenpeptid ist die neue Hoffnung im Kampf gegen Multiple Sklerose (MS). Rund 130.000 Deutsche leiden nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) an der Krankheit. Jedes Jahr kommen etwa 2.500 Neu-Erkrankte hinzu. Bisher kann die Krankheit nicht geheilt werden. Und eine Behandlung zieht oft schwere Nebenwirkungen nach sich.

MS-Therapie: Neuer Wirkstoff aus Pflanzen soll helfen

Doch nun wollen Forscher der Medizinischen Universität Wien ein Mittel gefunden haben, das die Symptome von Multipler Sklerose noch vor dem Ausbrechen stoppen soll. MS verläuft meist in Schüben. Es handelt sich dabei um eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Die Isolierschicht der Nerven wird langsam zerstört.

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In einem Modell mit Tieren stellte das Team um Forschungsleiter Christian Gruber fest, dass es nach der Behandlung mit dem speziellen synthetischen Pflanzenpeptid Zyklotid zu keiner weiteren Entwicklung der Anzeichen von Multipler Sklerose kommt. Der Forschungsleiter Christian Gruber sagte dazu in einer Pressemitteilung der MedUni Wien: „Die einmalige orale Gabe des Wirkstoffs hat die Symptome sehr stark verbessert. Es kam zu keinen Schüben der Erkrankung. Das könnte den Verlauf der Erkrankung generell deutlich verlangsamen.“

Lässt sich Multiple Sklerose durch das Pflanzenpeptid verlangsamen?

Die Wissenschaftler hoffen nun darauf, dass sich dank ihrer Erkenntnis die Erkrankung in einer „sehr frühen Phase stoppen oder ihre Entwicklung zumindest stark verlangsamen“ könnte. Zudem wollen sie ein Medikament für die Behandlung von Multipler Sklerose entwickeln. Dafür haben sie bereits ein Patent angemeldet. Sie hoffen, 2018 in die Phase I der Medikamententests einzusteigen.

Der Wirkstoff lässt sich nach Angaben der Wissenschaftler aus Kaffeepflanzen, Kürbisgewächsen, Nachtschattengewächsen und Gräsern isolieren. Und anders als bisherige MS-Medikamente kann er oral eingenommen werden und muss nicht gespritzt werden. AZ

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