Samstag, 25. Mai 2013

13. April 2012 16:12 Uhr

Allergiegefahr

Entzündungen und Rötungen durch Duftstoffe im Spielzeug

Allergiegefahr: Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor duftenden Spielsachen. Diese können die Gesundheit von Kindern gefährden.

Spielzeuge, die riechen, enthalten in der Regel schädliche Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können.
Foto: dpa

Vielen Spielzeugen würden mittlerweile unnötig Duftstoffe zugesetzt, teilte das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) jetzt mit. Einige dieser Stoffe könnten bei einem kleinen Teil spielender Kinder Kontaktallergien auslösen, die sie ihr Leben lang nicht mehr loswürden.

Behörde warnt vor Duftstoffen in Spielsachen

Duftstoffe sind zumeist künstlich hergestellte chemische Substanzen. Bei Spielzeug erfüllten sie keinen technischen Zweck, sagte BfR-Sprecherin Miriam Ewald. Es geht um Kauf- und Sinnesreize. Dänische Tester fanden 2006 für eine Studie Duftstoffe in sieben von zehn untersuchten Kinderprodukten, zum Beispiel in Seifenblasen, Radiergummi, Schreibpapier, Textmarkern oder Bällen. Die Gehalte teils hochallergener Duftstoffmischungen reichten von 32 bis 5500 Milligramm pro Kilogramm.

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Insgesamt gibt es rund 2500 Duftstoffe. Nur einige davon können bei mehrfachem Kontakt mit der Haut Allergien wie Rötungen, Bläschen oder Entzündungen auslösen. Eine solche Kontaktallergie ist nach BfR-Angaben allerdings ein Leben lang nicht heilbar. Es könnten nur die Symptome, nicht die Ursachen behandelt werden.

Duftstoffe im Spielzeug ohne technischen Zweck

55 allergene Duftstoffe und Duftinhaltsstoffe sind deshalb nach der EU-Spielzeugrichtlinie bereits verboten. Für elf weitere gelten keine Verbote, aber Grenzwerte. Genau die würde das BfR auf EU-Ebene gern gleich um das Zehnfache senken.

Spielzeug für Kinder unter drei Jahren sollte generell keine Duftstoffe enthalten, empfiehlt die Behörde. Denn sie berühren das Spielzeug nicht nur, sondern stecken es sich oft auch in den Mund. Beim Spielzeug für ältere Kinder sieht das BfR die Grenze von 100 Milligramm pro Kilo Material für bestimmte Duftstoffe weiter als zu hoch an. Die Behörde rät auf EU-Ebene zu einem Grenzwert von 10 Milligramm pro Kilo. Seit April 2010 ist es der zweite Vorstoß, den das Bundesinstitut in dieser Sache unternimmt. Denn bei der EU habe sich seitdem auf rechtlicher Ebene nichts verändert.

Kontaktallergie: Je früher, desto problematischer

«Je häufiger und intensiver ein Kind mit allergenen Stoffen in Berührung kommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Kontaktallergie entwickelt», erläuterte Sprecherin Ewald. «Und je früher das im Leben passiert, desto problematischer ist es.» Experten gehen davon aus, dass zwei Prozent aller Kinder durch Duftstoffen eine Allergie entwickeln können. Von Kindern, die bereits in Hautkliniken behandelt werden, seien es zwölf Prozent. dpa

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