Freitag, 24. März 2017

15. März 2017 07:01 Uhr

Kopfschmerz

Experten: Migräne-Patienten brauchen viele Kohlenhydrate

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Betroffene sollten viele Kohlenhydrate zu sich nehmen, so die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin. Low-Carb ist also tabu.

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Menschen mit Migräne leiden unter starken Kopfschmerzen. Eine kohlenhydratarme Ernährung macht die Situation von Betroffenen nur noch schlimmer. Besser mehr Kohlenhydrate.
Foto: Symbolbild: Christin Klose/dpa

Wenig Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, ist eine beliebte Abnehm-Methode. Aber wer unter Migräne leidet, sollte auf eine kohlenhydratarme Diät wie Low-Carb verzichten. Der Körper braucht Energie, um die Erkrankung gut zu überstehen.

Patienten mit häufigen Kopfschmerzen müssen regelmäßig Kohlenhydrate zu sich nehmen, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, Gerhard Müller-Schwefe. «Migräne-Patienten haben ein Gehirn, das sehr intensiv und sehr schnell Informationen verarbeitet. Dadurch hat es einen höheren Energiebedarf», erklärt der Mediziner. Und der lässt sich nur mit Kohlenhydraten decken.

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Kohlenhydrate und Ballaststoffe helfen dem Körper bei Migräne

Doch nicht nur Kohlenhydrate allein helfen bei Migräne. Ihr allgemeines Wohlbefinden können Schmerzpatienten durch eine ballaststoffreiche Ernährung verbessern.

Besonders in Gemüse und Obst stecken viele Ballaststoffe. Greifen Menschen mit Migräne dazu, hilft das dem Körper, die Phase gut zu überstehen. Obst und Gemüse sollte dabei allerdings nicht püriert sein, sondern frisch. «Die Fasern bürsten den Darm. Und wenn der Darm gut funktioniert und sich regelmäßig entleert, fühlen wir uns insgesamt wohler», so Müller-Schwefe. Das hilft gegen die Symptome von Migräne.

Bei Migräne nicht sofort zu Schmerzmitteln greifen

Es gibt verschiedene Faktoren (Trigger), die Migräne auslösen können. So ist bekannt, dass plötzlicher Stress, hormonelle Veränderungen, ausgeprägte Emotionen oder Überanstrengung und Erschöpfung zu den Beschwerden führen können.

Experten raten Betroffenen, bei Migräne nicht vorschnell zu Medikamenten zu greifen. Denn dauerhaft eingenommen führen Migräne-Schmerzmittel zu mehr Anfällen. Solche Arzneimittel sollten maximal zehn Tage im Monat genommen werden.

Migräne-Patienten sollten außerdem auf einen regelmäßigen Tagesablauf, genügend Schlaf und ausreichend Bewegung achten.dpa/tmn/sh/heilpraxis.de

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